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Quelle: arktis.de

Alle, die schon mal neidvoll auf Smartphones wie das LG Optimus 3D Max oder HTC Evo 3D geschielt haben, die auf ihren Displays räumliche Bilder ohne Brille darstellen, haben jetzt die Chance, ihr Mobiltelefon entsprechend aufzurüsten – zumindest solange sie ein iPhone haben. Der nordrheinwestfälische Versandhändler Arktis bietet nämlich für die Apple-Handys eine Folie an, die dem Display des iPhone eine stereoskopische Darstellung verleiht. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Optimus 3D Max und Evo 3D: Die Bilder für das linke und rechte Auge werden durch die Folie getrennt, der so genannten Parallaxenbarriere. Diese weist vertikal verlaufende, von Weitem unsichtbare Streifen auf – weshalb die 3-D-Darstellung auch ausschließlich im Querformat funktioniert, nicht im Hochformat. Das entspricht im Prinzip jenem Verfahren, das man von Hologrammkarten kennt, die zwei unterschiedliche Fotografien zeigen, je nach dem, in welchem Winkel man sie betrachtet. Durch die Trennung von Bildpunkten für das linke und solchen für das rechte Auge halbiert sich allerdings die Auflösung des Displays im 3-D-Betrieb. Weiterer Haken: Damit das funktioniert, muss der Zuschauer aus einer bestimmten Position heraus aufs Display sehen. Ein paar Millimeter zu weit links oder rechts oder ein falscher Winkel, und schon gibt es unscharfe Bilder anstelle von Stereoskopie-Effekten. Das kann binnen Minuten zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Allerdings handelt es sich nicht mehr nur um eine einzige, ideale Position, sondern um meist acht verschiedene Winkel, in denen 3-D funktioniert: die so genannten „sweet spots“.

Die 3D-Folie dunkelt die Anzeige sichtbar ab, beeinträchtigt aber nicht die Touch-Sensibilität. Damit ist das helle Display des iPhone 4S immer noch dem des LG Optimus 3D Max ebenbürtig. Allerdings erscheinen durch die Folie Streifen, die sich im Hochformat bei vertikalen und im Querformat bei horizontalen Bewegungen bemerkbar machen. Derlei ist beim Vergleichsmodell 3D Max nicht erkennbar. Aus diesem Grund empfiehlt sich dringend, nicht die dauerhaft aufgeklebte Folie für knapp 40 Euro zu nutzen, sondern 10 Euro mehr zu investieren für den aufklemmbaren Rahmen – der allerdings nur auf das iPhone 4 und 4S passt. Das von Arktis gelieferte Testmuster saß anfangs ein wenig locker, was sich aber bin einem sanften Druck auf die Kanten beheben ließ. Dank dieses Rahmens lässt sich das iPhone im Normalbetrieb ohne Folie und somit ohne Beeinträchtigungen nutzen, und erst wenn man wirklich 3D-Inhalte betrachten möchte, wird der Rahmen aufgesetzt. Dabei muss das Gerät aus den genannten Grünen ohnehin ruhig gehalten oder besser noch auf einen Halter platziert werden, und dann entstehen auch keine Streifen.

Die entscheidende Frage ist aber natürlich: Erzeugt die Folie denselben 3D-Effekt wie originäre 3D-Handys? Klare Antwort: jain. Die stereoskopische Darstellung ist in der Tat identisch, allerdings beträgt die Diagonale von iPhone 4 und 4S lediglich 3,5 Zoll (90 Millimeter), native 3D-Telefone wie das 3D Max und Evo 3D bringen es auf 4,3 Zoll (109 Millimeter). Das Bild ist somit 36 Prozent größer, was gerade bei der Wiedergabe von Filmen einen gewaltigen Unterschied macht. Deswegen wirkt natürlich auch das 3D-Bild automatisch beeindruckender.

Nicht zuletzt ist zu beachten, dass Spiele mit echtem 3D nicht für iOS angeboten werden – eben weil iPhone und iPad kein 3D-Display haben. Zum Abspielen von Filmen wird zudem eine spezielle App benötigt, der kostenlose „Pic3D-II Player“, über den dann etwa 3D-Videos auf YouTube gesucht werden können. Für eigene 3D-Videodateien ist wiederum die kostenlose App „Picasso Movie“ erforderlich, und 3D-Fotos aufnehmen kann schließlich die Gratis-App „Picasso Cam“. Letzteres klappt mit ein wenig Übung erstaunlicherweise funktioniert, indem nacheinander zwei Fotos aus leicht unterschiedlichem Winkel geschossen werden, die Software bastelt diese dann zu einer 3D-Gesamtaufnahme zusammen. Allerdings muss dafür schon sehr genau gearbeitet werden und selbst dann können sich die Ergebnisse nicht mit den Fotos etwa des Optimus 3D Max mit zwei Linsen auf der Rückseite messen. Praxistauglich ist das nicht, allein schon weil viel Zeit und ein unbewegliches Motiv erforderlich sind.

Fazit: Das System funktioniert, es sei aber dringend zur Variante mit abnehmbarem Rahmen geraten. 3D-Spiele gibt es für iOS nicht, Filme erzeugen aber einen stereoskopischen Effekt wie etwa beim 3D Max, wenngleich auf kleinerem Display. Eigenen 3D-Content kann man aber nicht erzeugen, die Lösung für Fotos ist praktisch wertlos. Für 3D-Fans, die auch unterwegs ab und an mal einen Stereoskopie-Film sehen möchten, ist das System tauglich, ob es 50 Euro wert ist, muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

Der 3D-Rahmen wurde freundlicherweise von arktis.de zur Verfügung gestellt.



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2 Antworten auf Ausprobiert: 3D-Folie fürs iPhone

  1. Marc Schulze sagt:

    Ne lustige Spielerei ist es auf jeden Fall. Ich halte 3D aber irgendwie für unsinnig.

  2. MrDeyny sagt:

    Die Idee ist zwar gut, aber wirklich praktisch ist das ja noch nicht … Grade wenn es nur im Querformat geht und dann nur aus einem bestimmten Blickwinkel …

    Ich denke aber, dass da echt noch was daraus werden kann

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