Ausstattung: Bietet viel fürs Geld

Review of: Honor 6X
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 29. Januar 2017
Last modified:10. März 2017

Summary:

Das Honor 6X löst das 5X ab und kommt mit Dual-Kamera sowie Aluminium-Gehäuse. Alle Infos, Ergebnisse und Unterschiede im ausführlichen Test …

Honor 6X

Foto: mobiwatch

Display

Am Touchscreen des Honor 6X hat sich im Vergleich zum Vorgänger, dem Honor 5X, nichts geändert: Es blieb bei 5,5 Zoll oder 139 Millimeter und 1080 x 1920 Bildpunkten. Mithin beträgt die Schärfe weiterhin 252 Pixel pro Quadratmillimeter (404 ppi), womit der Proband 5 Prozent unter dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones liegt. Nicht top, aber ordentlich. Und vor allen Dingen für den Preis von 249 Euro stattlich: Die Relation von Pixeldichte und Preis liegt stramme 31 Prozent über dem Mittel, Kunden erhalten mit dem Honor 6X also weit mehr Schärfe für ihr Geld als üblich.

Erneut handelt es sich um ein qualitativ hochwertiges Dual-Domain-IPS-Panel, dessen Blickwinkelstabilität sich sehen lassen kann. Die Helligkeit von 486 Candela pro Quadratmeter entspricht haargenau dem Wert des 5X – ebenso wie dem aktuellen Durchschnitt. Alles im grünen Bereich mithin.

Prozessor

Anstelle des Snapdragon 616 kommt im Honor 6X nun der hauseigene Kirin 650 zum Einsatz. Der Hersteller spricht zwar vom Kirin 655, doch sämtliche Apps geben aus, den Kirin 650 vorzufinden. Doch Namen sind ohnehin nur Schall und Rauch, auf die technischen Werte kommt es an, und da stimmen 650 und 655 ohnehin überein: 8 Cotex-A53-Kerne, je zur Hälfte mit 2,1 und 1,7 Gigahertz getaktet, unterstützt vom Grafikmodul Mali T830 MP2 sowie im Fall des Probanden von für diese Preisklasse respektablen 3 Gigabyte Arbeitsspeicher; das Honor 5X hatte da noch 2 Gigabyte unter der Haube.

In der Gesamtwertung von mehr als 50 Einzelwerten aus 15 der bekanntesten Benchmarks erzielt das Honor 6X damit ein Ergebnis, das 7 Prozent unter dem aktuellen Durchschnitt liegt. Ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger, der derzeit glatte 30 Prozent darunter rangiert. Damit bietet der Proband angesichts seines Preises saubere 29 Prozent mehr als üblich. Und weist damit die identische Preis-Leistungs-Relation wie das 5X auf, das inzwischen ab 189 Euro zu haben ist.

Um deutlich zu machen, was diese Ergebnisse in der Praxis bedeuten, wird zudem mit Hilfe von GameBench ermittelt, wie flüssig der Kandidat ein grafisch aufwändiges Spiel wie „Dead Trigger 2“ darstellt. Hier erreicht das Honor 6X von 60 möglichen Bildern pro Sekunde stolze 58: Damit dürften sich selbst anspruchsvolle Gamer zufriedengeben. Und es rückt das nicht ganz so glamourös klingende Resultat von 7 Prozent unter Durchschnitt in der Benchmark-Gesamtwertung ins rechte Licht.

Akku

Der fest verbaute Lithium-Ionen-Akku soll laut Hersteller 3.340 Milliamperestunden fassen, doch auch hier zeigen Apps einen anderen Wert an: nämlich 3.270. Solche Abweichungen können sich daraus ergeben, dass es Herstellern freisteht, das Minium, Maximum oder die typische Kapazität anzugeben. Üblicherweise hält man sich dabei tendenziell zurück, um Reserven zu haben und sich nicht der Gefahr juristischer Auseinandersetzungen auszusetzen. Doch es scheint, als habe Honor dennoch das Maximum kommuniziert, während Apps die typische Kapazität auslesen.

Aber erneut sollte man sich nicht auch in diesem Fall nicht um des Kaisers Bart streiten, denn nicht die Kapazität ist entscheidend, sondern wie lange das Telefon damit im Alltag durchhält. Und da schlägt sich der Kandidat recht passabel: Bei der Videowiedergabe mit auf 200 Candela gedimmten Display im Flugmodus erzielt das Honor 6X nämlich 547 Minuten und liegt damit immerhin 9 Prozent über dem Schnitt. Damit sollten die meisten Normalnutzer gut über den Tag kommen; Intensivnutzer werden hingegen wohl nachtanken müssen. Allerdings stellt dies keinen signifikanten Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger dar: Das 5X rangiert mit seinen 520 Minuten nämlich 4 Prozent über dem Mittel, das macht ergo keinen großen Unterschied.

Wer zu diesen Resultaten den Vergleichswert seines jetzigen Smartphones wissen möchte, findet im Folgenden die Ergebnisse aller bisher nach diesem Verfahren getesteten Mobiltelefone. Anhand des Unterschiedes lässt sich dann für das individuelle Nutzerverhalten vorhersagen, wie viel besser oder schlechter der Proband in der Praxis sein wird. Nicht auf die Minute exakt, aber jeder Nutzer bekommt eine gute Vorstellung davon, was dies für ihn persönlich in der Praxis bedeutet:

Ladezeiten

Honor legt dem 6X serienmäßig ein Netzteil mit 2 Ampere bei. An diesem weist der zuvor vollständig entladene Akku nach 15 Minuten einen Stand von 15 Prozent auf. Nach 30 Minuten sind es 32 Prozent, nach einer Stunde 59 Prozent. Für die komplette Ladung benötigt der Kandidat 178 Minuten: angesichts der Kapazität 20 Prozent langsamer als üblich. Doch es gibt ein dickes Trostpflaster: Nach aktuellem und unwidersprochenem Kenntnisstand nutzt schnelles Laden den Akku fünfmal früher ab als ohnehin, siehe Details hier. Beim 6X dürfen Anwender also darauf hoffen, dass der Stromspeicher auch nach Monaten noch eine brauchbare Kapazität aufweist.

Speicher

Der interne Speicher fasst 32 Gigabyte, von denen nach Aktualisierung aller vorinstallierten Apps netto noch 20,85 Gigabyte übrigbleiben. Für diesen Preis ist das sage und schreibe 68 Prozent mehr als üblich! Die Chinesen haben darüber hinaus eine Variante des Honor 6X mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und 64 Gigabyte internem Gedächtnis angekündigt. Diese soll „demnächst“ folgen – wobei dieser Begriff recht dehnbar ist. Den Preis dieses Modells hat der Hersteller noch nicht kommuniziert, man darf aber wohl von um die 299 Euro ausgehen. Beide Modelle verfügen zudem über einen Hybrid-Slot, es lassen sich also entweder Micro-SD-Karten mit offiziell bis zu 256 Gigabyte einlegen oder alternativ eine zweite Nano-SIM. Außerdem beherrscht das 6X – anders als noch das 5X – USB On-the-Go: Mit Hilfe eines optionalen Adapterkabels können also beispielsweise USB-Sticks angeschlossen werden. Beim USB-Anschluss handelt es sich nicht um den neuen „Typ C“, sondern um den bislang üblichen Micro-USB („Typ B“) – altes Zubehör wie etwa Netzteile können mithin ohne Adapter weiterverwendet werden.

Sonstiges

Der Proband empfängt in LTE-Netzen Daten mit nominal bis zu 300 Megabit pro Sekunde, das 5X liefert nominal lediglich die Hälfte. Im WLAN n wird jedoch das 5-Gigahertz-Band vermisst: Dem entsprechend fehlt auch der aktuelle Standard WLAN ac. Bluetooth wird ebenfalls nicht im jüngsten Standard 4.2 unterstützt, sondern mit 4.1; die Unterschiede betreffen primär die höhere Datenübertragungsrate, erhöhte Sicherheit beim Pairing sowie einen geringeren Stromverbrauch. NFC kam im Vergleich zum 5X aber neu hinzu. Auf der Rückseite findet sich ein Fingerabdruck-Sensor, der nicht nur das Telefon entsperrt, sondern auf Wunsch auch diverse weitere Funktionen erfüllt wie etwa den Alarm zu stoppen oder durch Fotos zu scrollen. Kontakte anrufen kann man mit einem zugeordneten Finger indes nicht. Nicht zuletzt sucht man einen Schutz vor Staub und Wasser ebenso vergebens auf dem 6X wie eine Infrarot-Fernbedienung und einen Kopfhörer.

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