Multimedia: Doppel-Kamera

Review of: Honor 6X
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 29. Januar 2017
Last modified:10. März 2017

Summary:

Das Honor 6X löst das 5X ab und kommt mit Dual-Kamera sowie Aluminium-Gehäuse. Alle Infos, Ergebnisse und Unterschiede im ausführlichen Test …

Honor 6X

Foto: mobiwatch

Foto

Der offensichtlichste Unterschied zum Vorgänger Honor 5X betrifft die Kamera: Anstelle einer klassischen 13-Megapixel-Knipse steckt im Honor 6X nun eine Doppel-Kamera wie etwa beim Honor 8 oder Huawei P9. Diesmal dient das zweite Objektiv jedoch nicht primär der Verbesserung von Schärfe und Kontrast durch einen monochromen Sensor, sondern der Optimierung der Lichtempfindlichkeit: Denn unter der 12-Megapixel-Linse mit einem Blendenwert von exorbitant dunklen f 16 sitzt eine 2-Megapixel-Linse mit extrem hellen f 0,95. So lauten zumindest die Angaben des Herstellers. Kombiniert sollen die Resultate mit 11,8 Megapixel vor allem bei schlechten Lichtbedingungen punkten. Außerdem ermöglichen die beiden Sensoren Tiefenschärfe-Effekte („Große Blende“): Hier tauchen erneut die erwähnten Blendenwerte von 0,95 bis 16 auf, die sich über einen vertikalen Slider stufenlos verändern lassen, was wiederum den Bokeh-Effekt beeinflusst. Je größer die Blende, desto unschärfer der Hintergrund. Das ist zwar nicht neu, blieb aber bislang teureren Telefonen vorbehalten. Ich hatte euch das ja schon mal anhand des Huawei P9 gezeigt:

Dennoch bleiben Zweifel, ob sich die von Honor kommunizierten Blendenwerte wirklich auf die faktisch verbauten Objektive beziehen oder auf die rechnerische Blende. Die Dateien weisen jedenfalls einen Wert von f 2,2 aus.

Bildqualität

In der Praxis liefert die Doppel-Kamera tatsächlich lichtstärkere Ergebnisse, wie der folgende Vergleich einer Aufnahme in Originalgröße bei düsteren 23 Lux zeigt: Da tritt das Motiv in der Aufnahme des 6X links deutlich heller zutage als beim 5X rechts.

Honor 6X

Foto: mobiwatch

Dadurch verringert sich freilich auch das Bildrauschen, wie folgender Vergleich bei dreifacher Vergrößerung demonstriert:

Honor 6X

Foto: mobiwatch

Die weiße LED auf der Rückseite erzeugt zwar nur mäßige 21 Lux, während der Vorgänger noch passable 69 Lux springen lässt, doch wie im folgenden Vergleich zu sehen, bedeutet das nicht zwingend bessere Resultate: Die Aufnahme des 6X links wirkt kontrastreicher und schärfer, die des 5X rechts unschärfer und beinahe schon überstrahlt. Das Motiv war in diesem Fall 44 Zentimeter entfernt.

Honor 6X

Foto: mobiwatch

Die höhere Lichtausbeute macht sich auch im Freien bei stark bedecktem Himmel bemerkbar: Der Baumstamm wirkt links beim 6X nahezu wie beleuchtet, während in der Aufnahme des 5X rechts etliche Details verlorengehen.

Honor 6X

Foto: mobiwatch

Die Schärfe des Honor 6X ist insgesamt prima, wenngleich es Konkurrenten gibt, die bessere Resultate liefern. Doch es geht hier um ein Smartphone für 249 Euro, da kann man durchaus auch mal fünfe gerade sein lassen. Trotzdem sei im nächsten Vergleich gezeigt, dass das 5X rechts etwas schärfere Ergebnisse produziert, die dafür aber auch mehr grieseln. In puncto Detailtreue erweisen sich beide Modelle als bestenfalls mittelprächtig. Außerdem fällt der Hang des 6X zu Rottönen auf, während der Vorgänger eher kühlere Farben bevorzugt:

Honor 6X

Foto: mobiwatch

Schärfe und Details nehmen auch bei besseren Lichtverhältnissen nicht signifikant zu, wie die letzten Aufnahme zeigt, wiederum in Originalgröße:

Honor 6X

Foto: mobiwatch

Über einen optischen Stabilisator verfügen beide Modelle jedoch nicht: Bei wenig Licht ist daher eine ruhige Hand oder ein Stativ gefragt. Aber das ist durchaus typisch bei einem lediglich digitalen Stabilisator. Trotzdem fragt man sich da unwillkürlich, ob es nicht die bessere Entscheidung gewesen wäre, dem 6X anstelle einer zweiten Kamera lieber einen optischen Stabilisator zu spendieren.

Trotzdem schneidet das Honor 6X unterm Strich dank der leichten Überlegenheit bei mäßigen Lichtverhältnissen etwas besser ab als das 5X; es bleibt jedoch bei einem „Gut“ in der Fotowertung.

Erwähnt sei abschließend noch, dass es zwar einen HDR-Modus gibt, allerdings keine HDR-Automatik: Der Kontrastoptimierer schaltet sich mithin nicht selbständig zu, falls erforderlich. Die Frontkamera schießt Selfies mit 8 Megapixel, auf Wunsch beleuchtet das Display dabei das Umfeld mit trüben 4 Lux – doch immer noch besser als gar nichts. Das Honor 5X schafft auf der Front lediglich 5 Megapixel.

Einblicke in die Bedienung der Kamera des Honor 6X bietet das folgende Hands-on-Video ab Minute 0:41:

Video

Bewegtbilder nimmt der Kandidat auf der Front mit knauserigen 1280 x 720 Bildpunkten und mit der Hauptkamera in Full HD (1920 x 1080 Pixel) auf. Wie beim Vorgänger mithin. Die Clips fallen unschärfer als die Fotos aus und die Detailtreue lässt auch hier zu wünschen übrig, mehr sogar noch als bei den Fotos. Komprimierungsartefakte treten jedoch nur selten und geringfügig auf. Der folgende, gänzlich unbearbeitete Clip des Honor 6X zeigt das anschaulich:

Der Stereo-Ton ist laut, natürlich und Stimmen bleiben gut verständlich. Der Autofokus pumpt gelegentlich, doch da hat man schon erheblich Schlimmeres gesehen. Weshalb die Video-Wertung trotz aller Kritik am Ende noch ein gnädiges, hauchdünnes „Ausreichend“ erzielt. Das Resultat ist lediglich geringfügig besser als das des Honor 5X.

Audio

Wie der Lautsprecher des 6X im Vergleich zum 5X klingt, zeigt der folgende Sound-Check;

Der Hörtest wird an den Ultimate Ears Reference Monitors durchgeführt. An diesen erzeugt das Honor 6X ohne Software-Push-ups wie DTS einen kräftigen, ausgewogenen Klang mit klaren Höhen und wuchtigen, doch präzisen Bässen. Im Unterschied zur Referenz, dem Samsung Galaxy Note 4, können da nur die nicht ganz so spritzigen Höhen moniert werden. Doch das hört man nur im direkten Vergleich und mit exquisitem Equipment. Weshalb es für das Honor 6X trotzdem zu einem „Sehr gut“ reicht. Damit entspricht der Sound dem des Honor 5X.

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