Ausstattung: Verschiedene Welten

Review of: HTC U Play
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 24. März 2017
Last modified:28. März 2017

Summary:

Das HTC U Play ist mit seinem 5,2-Zoll-Display angenehm kompakt. Der Test klärt die Unterschiede zum U Play und warum HTC ein Problem mit dem Play hat …

HTC U Play

Foto: mobiwatch

Display

Der Zweit-Bildschirm des HTC U Ultra fehlt beim HTC U Play, doch wäre ein Doppel-Display dem Ziel eines kompakten Designs zuwidergelaufen. Die Haupt-Mattscheibe des U Play misst zudem 5,15 statt 5,72 Zoll respektive 131 statt 145 Millimeter in der Diagonalen und liegt damit genau im Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones. Dadurch konnten die Entwickler die Maße von 80 x 167 x 7,8 auf 73 x 146 x 7,9 Millimeter und das Gewicht von 171 auf 144 Gramm drücken. Das Gesamtvolumen des Play ist damit rund ein Viertel kompakter als das Ultra.

Die Auflösung schrumpfte dabei von 1440 x 2560 auf 1080 x 1920 Pixel und mithin die Schärfe von 408 auf 284 Pixel pro Quadratmillimeter (von 513 auf 428 ppi), das macht eine Verringerung der Pixeldichte um glatte 30 Prozent. Aber das bedeutet natürlich mitnichten, dass der Bildschirm des Play damit unscharf wäre, denn selbst damit liegt die Schärfe immer noch 7 Prozent über dem aktuellen Durchschnitt. Alles im grünen Bereich mithin.

Auch beim Play kommt ein IPS-Panel mit Dual-Domain zum Einsatz, die auf zwei Achsen angeordneten Subpixel sorgen also für eine gute Blickwinkelstabilität. Allerdings kann die Helligkeit nicht ganz mit dem U Ultra mithalten: 382 statt 495 Candela pro Quadratmeter wurden in der Displaymitte gemessen, einen „Sun Boost“-Modus in besonders hellen Situationen wie beim großen Bruder gibt es beim Play nicht. Damit liegt die Helligkeit des Kompakt-Modells 21 Prozent unter dem Mittel anstatt 2 Prozent darüber. Das stellt zwar keinen Beinbruch dar, doch fällt damit die Lesbarkeit der Anzeige etwa bei direktem Sonnenlicht etwas mager aus.

Prozessor

Als Prozessor haben die Entwickler nicht den Qualcomm Snapdragon 821 Pro verbaut, sondern den Helio P10 von Mediatek. Dieser hat zwar 8 statt 4 Kerne, die jedoch mit maximal 1,95 Gigahertz getaktet werden können anstatt der 2,15 und 2,0 Gigahertz des Snapdragon. Auch lassen sich beim Helio P10 maximal 4 Kerne hochfahren, die anderen vier bleiben bei 1,2 Gigahertz. Im Grunde genommen handelt es sich also auch beim P10 um ein „Big-Little“-System, nur das keine dedizierten Kerne hoch und niedrig getaktet sind. Darüber hinaus fasst der Arbeitsspeicher 3 statt 4 Gigabyte, und auch das Grafikmodul Mali T860 MP2 ist nicht vergleichbar mit dem Adreno 530 des Ultra. Somit verwundert das Gesamtergebnis von mehr als 50 Einzelwerten aus 15 Benchmarks nicht wirklich: Hier rangiert das U Play 15 Prozent unter dem aktuellen Durchschnitt, das U Ultra 148 Prozent darüber. Zu behaupten, HTC U Play und U Ultra würden nicht in derselben Liga spielen, wäre noch eine Untertreibung sondergleichen!

Was aber nicht heißen soll, das U Play wäre unzureichend ausgestattet: Auch mit 15 Prozent unter dem Mittel kommen Normalnutzer heutzutage locker über die Runden – der Durchschnitt ist nur in den letzten beiden Jahren enorm angestiegen. So schafft das Play zum Beispiel im grafisch aufwändigen Spiel „Dead Trigger 2“ immerhin 55 von 60 möglichen Bildern pro Sekunde: Das sollte selbst anspruchsvollen Gamern genügen. Mehr PS braucht daher nur, wer auch noch das letzte Quäntchen mehr will und dafür auch bereit ist, entsprechend mehr auszugeben.

Akku

Der fest verbaute Stromspeicher des Play fasst offiziell 2.500 Milliamperestunden, Apps lesen jedoch 2.435 Milliamperestunden aus den Systemangaben aus. Unterschiede wie dieser können daraus resultieren, dass es Herstellern freisteht, die minimale, typische oder maximale Kapazität eines Akkus zu kommunizieren. Im Fall des Play hat sich HTC anscheinend für die maximale Leistung entschieden während im System die typische hinterlegt wurde. Wie auch immer: Allein entscheidend ist ohnehin die faktische Laufzeit. Die ermittelt mobiwatch anhand der Videowiedergabe mit auf 200 Candela gedimmtem Display im Flugmodus. Hierbei erzielt das Play 483 Minuten und liegt damit 6 Prozent unter dem Mittel. Das reicht für Normalnutzer, um über den Tag zu kommen, doch Intensivnutzer werden in den allermeisten Fällen tagsüber zwischentanken müssen. Damit schlägt sich das Play nahezu ebenso wie das Ultra, allerdings mit dem Unterschied, dass Normalnutzer die primäre Zielgruppe des Play bilden, weshalb das für die meisten Interessenten in Ordnung gehen sollte. Andererseits ist dafür der Preis von 449 Euro, der jetzt zum Start auch dem Straßenpreis entspricht, aber zu hoch: In Relation dazu müsste die Laufzeit erheblich besser sein.

Wer zu diesen Resultaten den Vergleichswert seines jetzigen Smartphones wissen möchte, findet im Folgenden die Ergebnisse aller bisher nach diesem Verfahren getesteten Mobiltelefone. Anhand des Unterschiedes lässt sich dann für das individuelle Nutzerverhalten vorhersagen, wie viel besser oder schlechter der Proband in der Praxis sein wird. Nicht auf die Minute exakt, aber jeder Nutzer bekommt eine gute Vorstellung davon, was dies für ihn persönlich in der Praxis bedeutet:

Ladezeiten

HTC liefert das U Play mit einem Netzteil aus, das bis zu 10 Watt erzielt. An diesem ist der zuvor vollständig entladene Akku nach 15 Minuten wieder bei 21 Prozent angelangt, nach 30 Minuten sind es 42 Prozent und nach einer Stunde 78 Prozent. Für die komplette Ladung benötigt der Kandidat 115 Minuten, was angesichts der Akkukapazität 8 Prozent länger ist als üblich. Man kann das aber auch positiv sehen, denn allzu schnelles Laden schädigt die Kraftzelle fünfmal schneller als üblich, siehe dazu die Ausführungen hier.

Speicher

Das HTC U Play kommt mit 32 Gigabyte internem Speicher, von denen nach Aktualisierung aller vorinstallierten Komponenten noch 21,2 Gigabyte netto übrigbleiben. Auch das ist für den Preis etwas knickerig, 14 Prozent unter dem Durchschnitt, um genau zu sein. Immerhin lässt sich das Gedächtnis mit Hilfe von Micro-SD-Karten erweitert, offiziell um bis zu 2 Terabyte; derzeit verfügbar sind allerdings Chips mit „nur“ 512 Gigabyte. Wie beim Ultra fasst zwar der Hybrid-Slot auch eine zweite Nano-SIM, doch die hierzulande erhältliche Version des Play unterstützt software-seitig Dual-SIM leider nicht. Dafür aber USB-On-the-Go, es lassen sich also mithilfe eines optionalen Adapters beispielsweise USB-Sticks anschließen. Beim Kauf des Adapters ist darauf zu achten, dass es sich um einen USB-Anschluss des neuen „Typ C“ handelt. Ein Adapter ist auch erforderlich, wenn altes Zubehör wie etwa Netzteile weiterhin verwendet werden soll. Trotz USB-C bleibt es allerdings bei USB 2.0, während das Ultra Version 3.1 mit potenziell höheren Datenraten und Stromstärken; das dürfte aber vermutlich für die allerwenigsten kaufentscheidend sein.

Sonstiges

Anders als das Ultra empfängt das Play Daten in LTE-Netzen nicht mit nominal bis zu 600, sondern 300 Megabit pro Sekunde. Das macht aber in der Praxis keinen signifikanten Unterschied, da die hiesigen Netze ohnehin noch längst nicht flächendeckend soweit sind. Abgesehen davon muss auch der Vertrag die maximale Datenrate beinhalten. Die restliche Ausstattung samt WLAN ac, Bluetooth 4.2 und NFC entspricht aber derjenigen des großen Bruders. Auch der SAR-Wert von 0,40 liegt nur marginal über den 0,374 Watt pro Kilogramm (Kopf) des Ultra und bleibt damit erfreulich niedrig. Der Fingerabdruck-Scanner verbirgt sich wie beim Ultra unter dem ovalen Sensor, der gleichzeitig als Home-Button dient.

Samsung Galaxy S8, S8+ und DeX ausprobiert: Erste Eindrücke der neuen Flaggschiffe
Huawei P10 vs P9 Hands-on-Video: Prozessor und Akku schlagen sogar die iPhones | Test
Tagged with →  

Schreibe einen Kommentar