Multimedia: Kann nicht mithalten

Review of: HTC U Play
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 24. März 2017
Last modified:28. März 2017

Summary:

Das HTC U Play ist mit seinem 5,2-Zoll-Display angenehm kompakt. Der Test klärt die Unterschiede zum U Play und warum HTC ein Problem mit dem Play hat …

HTC U Play

Foto: mobiwatch

Foto

Die Frontkamera des U Play schießt Selfies mit 16,24 statt 16,28 Megapixel auf: Keine nennenswerte Differenz, aber ein Anzeichen dafür, dass es sich trotzdem nicht um den identischen Sensor wie beim U Ultra handeln dürfte. Qualitativ macht das aber keinen Unterschied: Auch beim Play gelingen Selfies in aller Regel sehr ordentlich, aber nicht so außergewöhnlich gut, wie es die enorme Pixelzahl vermuten ließe.

Auch die Hauptkamera haben die Taiwaner ausgetauscht: Anstelle der 12,6 Millionen besonders großen und damit lichtstarken “Ultrapixel” des U Ultra kommt beim U Play ein klassischer Sensor mit 16,4 regulär großen Megapixel. In Zahlen ausgedrückt: Beim Ultra misst jede Diode auf dem Fotosensor 1,55, beim Play lediglich 1,0 Mikrometer – ein ganz erheblicher Unterschied. Darüber hinaus weist das Objektiv beim Play einen Blendenwert von f 2,0 statt 1,8 auf, schattet also mehr ab. Als Folge dessen ist die Lichtausbeute des kleinen Bruders wesentlich geringer. Glücklicherweise hat HTC aber den optischen Stabilisator beibehalten, dass auch etwas längere Belichtungszeiten nicht gleich zu verwackelten Fotos führen.

Die Kamera-App ist exakt dieselbe wie beim großen Bruder, was auch Auto-HDR und die diversen Modi wie Panorama, Hyperlapse oder den „Pro“-Modus mit zahlreichen manuellen Justierungen betrifft. Einziger Unterschied: Die ISO-Zahl geht beim Play bis 1600, beim Ultra bis 3200.

Auf der Rückseite sitzt beim Play ebenfalls eine zweifarbige LED, die jedoch 50 statt 85 Lux liefert und daher den Nahbereich schwächer ausleuchtet als das Ultra. Gemeinsam mit dem lichtschwächeren Sensor und Objektiv muss das Play daher andere Einstellungen wählen, also beispielsweise 1/20 Sekunde bei ISO 1250 statt wie das Ultra 1/50 Sekunde bei ISO 160. Damit werden die Blitz-Aufnahmen des Ultra weit schärfer und auch das Bildrauschen bleibt erheblich geringer, wie der folgende Vergleich deutlich zeigt:

HTC U Play Vergleich 1

Foto: mobiwatch

Auch ohne Blitz schlägt sich das Ultra wesentlich besser: Die folgenden Aufnahmen entstanden bei 1/13 Sekunde und ISO 3200 im Fall des Play links und bei 1/6 Sekunde mit ISO 2500 beim Ultra rechts. Da schneidet das Ultra zwar auch nicht ideal ab, doch immerhin fallen Schärfe und Bildrauschen klar besser ab als beim Play:

HTC U Play Vergleich 2

Foto: mobiwatch

Bei Tageslicht fallen die Unterschiede naturgemäß geringer aus: Gute Fotos bei ausreichend Licht zu schießen, ist schließlich nicht gerade die Königsdisziplin. Und hier schneiden beide Taiwaner recht ordentlich ab, wenngleich sich beide in puncto Detailtreue wahrlich nicht mit Ruhm bekleckern. Teilweise wirken aber die Farben beim Ultra eine Spur natürlicher als beim Play, wie der letzte Vergleich bei bedecktem Himmel zeigt:

HTC U Play Vergleich 3

Foto: mobiwatch

Unterm Strich hinkt das Play dem Ultra mithin in allen Situationen hinterher, der Unterschied wird umso deutlicher je schlechter das Licht wird. Am Ende reicht es für das U Play daher lediglich zu einem knappen „Befriedigend“.

Video

Bewegtbilder zeichnet das Play nicht in Ultra HD, sondern lediglich in Full HD auf, also mit 1920 x 1080 Pixel, doch das dürfte den allermeisten vollauf ausreichen. Die Qualität allerdings lässt sich nicht mit den Full-HD-Aufnahmen des Ultra vergleichen: Die Clips des Play sind etwas unschärfer und vor allem verwaschen die Details stärker. Außerdem gelingen Kontraste sowie Farben wie schon bei den Fotos gesehen nicht immer ideal. Insgesamt wirken die Videos des Play daher matschiger. Außerdem fällt der Ton weitaus dünner und nicht ganz so klar verständlich aus wie beim Ultra mit seinen vier Mikrofonen. Auf der anderen Seite zieht der Autofokus seltener nach, weshalb unterm Strich noch ein knappes „Ausreichend“ steht.

Audio

Wie beim U Ultra fehlt dem U Play ein UKW-Radio, dafür liegt serienmäßig ebenfalls der „U Sonic“-Kopfhörer – siehe den Test des HTC U Ultra für Details hierzu. Hingewiesen sei außerdem auf das Fehlen der Audiobuchse (3,5 mm Klinke), sodass zum Anschluss eigener, kabelgebundener Kopfhörer ein entsprechender USB-C-Adapter erforderlich ist. Die meisten Adapter von Drittherstellern funktionierten im Test jedoch nicht, weshalb es geraten scheint, lieber gleich den Original-Adapter von HTC zu erwerben. Anders als der große Bruder dient beim Play aber nicht der Lautsprecher oben auf der Front als Behelfs-Stereo-Lautsprecher, es bleibt also beim reinen Mono-Sound; der Unterschied fällt aber lediglich marginal aus. Wer sich selbst einen Eindruck vom Klang des U Play und U Ultra machen möchte, kann dies im folgenden Sound-Check tun:

Klangqualität

Zum Hörtest werden die Ultimate Ears Reference Monitor verwendet. Angeschlossen über den HTC-Adapter, erzeugt der Proband an selbigen einen kräftigen, natürlichen Sound mit spritzigen, räumlichen Höhen und kräftigen, präzisen Bässen. Der Sound ist damit identisch mit jenem des Ultra, weshalb auch das Play ein glattes „Sehr gut“ in der Audiowertung kassiert.

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