Ausstattung: Stattliches Paket

Review of: Huawei P10
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 7. April 2017
Last modified:7. April 2017

Summary:

Das Huawei P10 ist mit 5,1-Zoll-Display so kompakt wie sein Vorgänger, erweist sich aber im Test als bärenstark. Alles, was man wissen muss, im Test …

Huawei P10

Foto: mobiwatch

Display

Wie bereits im letzten Jahr, bietet Huawei auch bei seiner diesjährigen P-Generation drei verschiedene Modelle an: ein abgespecktes Lite, ein Plus mit 5,5-Zoll-Mattscheibe und nun als erstes das P10 mit einer Bildschirmdiagonale von 5,1 Zoll respektive 129 Millimeter an. Gut so, denn nicht jeder, der ein Smartphone mit Flaggschiff-Qualitäten sucht, will auch gleich eine XXL-Mattscheibe. Das P10 lässt sich nämlich im Gegensatz zu solchen Tabphones auch mit einer Hand bedienen.

Die Auflösung von 1080 x 1920 Pixel führt zu einer Schärfe von 289 Pixel pro Quadratmillimeter oder 432 ppi, womit der Proband 8 Prozent über dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Mobiltelefonen liegt. Dank Dual-Domain-IPS kann sich auch die Blickwinkelstabilität sehen lassen, zudem erweist sich die Helligkeit mit 510 Candela pro Quadratmillimeter las ordentlich: 5 Prozent über dem Mittel für LCDs, um genau zu sein. Alles im grünen Bereich mithin. Damit entspricht die Mattscheibe des P10 jener des Vorgängers Huawei P9. Im Vergleich zum iPhone 7 ist der Bildschirm 18 Prozent größer.

Prozessor

Als Rechner haben sich die Entwickler für den hauseigenen, brandneuen Kirin 960 entschieden, dessen acht Kerne mit 2,4 und 1,8 Gigahertz getaktet sind. Auch das Grafikmodul Mali G71 stammt frisch vom Band, der Arbeitsspeicher beträgt 4 Gigabyte. Dieses Paket erzielt in der Gesamtwertung aus mehr als 50 Einzelwerten aus 15 verschiedenen Benchmarks eine Bilanz, die 89 Prozent über dem Mittel. Das im Hands-on-Video kommunizierte Ergebnis beruhte auf einem technischen Defekt, ich bitte um Entschuldigung! Doch auch mit diesem Resultat sichert sich das P10 noch Rang 7 der Tempo-Charts und ist weit schneller als P9, das aktuell 54 Prozent über dem Mittel rangiert.

Was das in der Praxis bedeutet, zeigt das grafisch aufwändige Spiel „Dead Trigger 2“: Hier schafft der Proband im Schnitt stolze 59 von 60 möglichen Bildern pro Sekunde – das dürfte selbst anspruchsvollste Gamer zufriedenstellen. Hinzu kommt eine nahezu perfekte FPS-Stabilität von gut 98 Prozent, nur rund 2 Prozent aller Bilder werden also mit weniger als 59 Bildern pro Sekunde ausgeliefert. Die iPhones rangieren hier mit 180 Prozent über dem Schnitt nochmal deutlich schneller:

Akku

Der fest verbaute Akku speichert laut Hersteller 3.200 Milliamperestunden, die App liest hingegen 3.100 Milliamperestunden aus. Huawei scheint da das maximale Fassungsvermögen zu kommunizieren, während im System die mittlere und üblicherweise verwendete Kapazität eingetragen ist. Alles wurscht, allein entscheidend ist schließlich das Testergebnis. Bei der Videowiedergabe mit auf 200 Candela pro Quadratmeter gedimmtem Display im Flugmodus hält das P10 stramme 698 Minuten durch: 36 Prozent länger als üblich. Damit sollten sogar die meisten Intensivnutzer durch den Tag kommen, ohne zwischentanken zu müssen. Macht Rang 6 in den Zwei-Jahres-Charts. Oder anders formuliert: Es gibt nur eine Handvoll aktueller Smartphones hierzulande, die länger durchhalten. Diese finden sich in den stets aktuellen Top 20 der ausdauerndsten Mobiltelefone. Das Huawei P10 kann damit einen Riesenschritt nach vorn machen im Vergleich zum P9, das mit seinen 434 Minuten 15 Prozent unter dem Mittel schippert und damit selbst Normalnutzer nicht immer über den Tag bringen dürfte. Hier hinkt das iPhone 7 mit 8 Prozent über dem Mittel eine ganze Ecke hinterher: Da könnte es sogar für Normalnutzer an einem etwas arbeitsreicheren Tag eng werden.

Wer zu diesen Resultaten den Vergleichswert seines jetzigen Smartphones wissen möchte, findet im Folgenden die Ergebnisse aller bisher nach diesem Verfahren getesteten Mobiltelefone. Anhand des Unterschiedes lässt sich dann für das individuelle Nutzerverhalten vorhersagen, wie viel besser oder schlechter der Proband in der Praxis sein wird. Nicht auf die Minute exakt, aber jeder Nutzer bekommt eine gute Vorstellung davon, was dies für ihn persönlich in der Praxis bedeutet:

Ladezeiten

Huawei liefert das P10 mit einem Netzteil aus, das bis zu 22,5 Watt liefert: Das kann sich sehen lassen. An diesem ist der zuvor vollständig entladene Akku nach 15 Minuten bereits wieder zurück auf 26 Prozent, nach 30 Minuten sind es 51 Prozent und nach einer Stunde 85 Prozent. Für die volle Ladung benötigt der Kandidat 103 Minuten, was in Relation zur Kapazität 31 Prozent schneller ist als üblich. Das P9 liegt in dieser Disziplin 6 Prozent unter dem Mittel, das iPhone 7 sogar 38 Prozent.

Speicher

Die Chinesen haben ihrem jüngsten Flaggschiff ordentliche 64 Gigabyte Speicher verpasst, von denen nach Aktualisierung aller vorinstallierten Komponenten noch 48,2 Gigabyte frei sind: Damit kommt man schon mal prima über die Runden. Doch falls das nicht reich, lässt sich das Gedächtnis per Micro-SD-Karte um offiziell bis zu 256 Gigabyte erweitern. Außerdem beherrscht das P10 USB On-the-Go, mit Hilfe eines optionalen Adapters lassen sich also beispielsweise USB-Sticks andocken. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass es sich um einen USB-Anschluss des neuen „Typ C“ handelt, eventuell ist also ein neuer Adapter erforderlich. Das gilt auch, falls altes Zubehör wie etwa Ladekabel weiterhin Verwendung finden sollen. Doch auch wenn der Hybrid-Slot das Einlegen einer zweiten Nano-SIM anstelle der Micro-SD-Karte ermöglicht, unterstützt die Software hierzulande nicht Dual-SIM.

Sonstiges

LTE unterstützt das Huawei P10 mit 600 Megabit pro Sekunde nominal und empfängt damit Daten nominal doppelt so schnell wie das P9 – sofern das Netz am Standort sowie der Vertrag mitspielen. Die restliche Ausstattung hat sich nicht verändert, weil bereits beim dem P9 auf dem neuesten Stand: Das schließt WLAN ac, Bluetooth 4.2, NFC, Fingerabdruck-Sensor und den USB-C-Anschluss ein. Auch das Nano-Coating, das sämtliche Bauteile vor Feuchtigkeit schützt, ist schon beim Vorgänger vorhanden. Dieses ersetzt, es sei hiermit nochmals explizit klargestellt, aber keinen Schutz nach IP-Norm, schwimmen gehen sollte man mit dem P10 also auf gar keinen Fall! Den SAR-Wert hat man von 1,43 auf 0,96 Watt pro Kilogramm (Kopf) senken können. Weiterhin fehlen UKW-Radio, Infrarot-Sender zur Nutzung des Telefons als Fernbedienung für TV & Co. sowie die Unterstützung von Googles VR-Plattform Daydream; nähere Infos dazu im folgenden Video:

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