Multimedia: Nicht nur Fortschritte

Review of: Huawei P10
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 7. April 2017
Last modified:7. April 2017

Summary:

Das Huawei P10 ist mit 5,1-Zoll-Display so kompakt wie sein Vorgänger, erweist sich aber im Test als bärenstark. Alles, was man wissen muss, im Test …

Huawei P10

Foto: mobiwatch

Foto

Die Dual-Kamera von Leica gab es ja bereits letztes Jahr auf dem Huawei P9 und auch beim P10 handelt es sich um einen RGB-Sensor für Farbenfotos und einen monochromen Sensor für Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die auf Wunsch auch direkt abgegriffen und verwendet werden können. Diesmal allerdings weisen die kombinierten Bilder eine Auflösung von 19,7 statt 11,8 Megapixel auf, die einzelnen Sensoren haben eine native Auflösung von 12 (RGB) und 20 (monochrom) Megapixel. Letzterer bildet dabei erstmals die Grundlage und dessen Daten werden mit zusätzlichen Informationen des Farbsensors angereichert, nicht umgekehrt wie noch beim P9.

Die Funktionen der Kamera-App hat sich kaum verändert, was sowohl die Funktionen als auch das weiterhin fehlende Auto-HDR betrifft. Für Details sei auf das folgende Hands-on-Video verwiesen:

Bildqualität

Um zu überprüfen, wie sich der Unterschied zwischen P10 und P9 in der Praxis auswirkt, wurden beide zu einer ausführlichen Fotosession bei maximaler Auflösung im Vollautomatikmodus ausgeführt. Schon die erste Aufnahme überrascht: Betrachtet man die Aufnahmen jeweils in Originalgröße, lassen sich beim P10 links sofort Komprimierungsartefakte am Himmel zwischen den Zweigen ausmachen, die beim P9 rechts nicht vorhanden sind:

Huawei P10 Vergleich

Foto: mobiwatch

Dass dies keine Ausnahme ist, beweist der nächste Vergleich: Auch da weist der Himmel beim P10 wieder reichlich Fehlpixel auf. Auf der anderen Seite fängt das P10 aber mehr Details ein, nicht so sehr aufgrund der höheren Auflösung, sondern wegen der besseren Belichtung, im Vergleich sichtbar nicht nur an den Details rund um die Uhr, sondern auch an den Wänden des Turms:

Huawei P10 Vergleich

Foto: mobiwatch

Bricht man beide auf identische Motivgröße herunter, hat das P10 aufgrund der höheren Schärfe und Detailtreue die Nase vorn:

Huawei P10 Vergleich

Foto: mobiwatch

Was jedoch nicht heißt, dass das P10 in jeder Situation überlegen wäre: Mitunter erzeugt die Software eine zu hohe Dynamik, was im folgenden Fall dazu führt, dass die Patina auf der linken Seite der Statue nahezu weiß wirkt:

Huawei P10 Vergleich

Foto: mobiwatch

Ähnliches ist auch bei Fotos unter schlechten Lichtbedingungen ohne Blitz zu beobachten: Da dreht die Software des P10 so weit auf, dass viele Details verlorengehen. Erstaunlich auch, dass das Bildrauschen beim P10 trotz ISO 1250 erheblich kräftiger ausfällt als beim P9 mit ISO 3200:

Huawei P10 Vergleich

Foto: mobiwatch

Bei Verwendung des LED-Blitzes auf der Rückseite macht dann allerdings das P10 die bessere Figur. Die Resultate sind dank 58 statt 36 Lux nicht nur heller, sondern auch schärfer, wie der letzte Vergleich zeigt:

Huawei P10 Vergleich

Foto: mobiwatch

Damit schneidet das Huawei P10 unterm Strich schlechter ab als das P9: Bei den meisten Lichtsituationen gelingen die Ergebnisse beim Vorgänger besser, auch wenn dessen Auflösung ein klein weniger geringer ist. Aufgrund der ordentlichen Schärfe und Detailtreue bei guten Lichtverhältnissen erntet das P10 aber trotzdem noch ein knappes „Gut“.

Die Frontkamera, laut Huawei ebenfalls in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt, schießt Selfies weiterhin mit 8 Megapixel, wobei sich der Blendenwert der Linse von f 2,4 auf f 1,9 verbessert hat, das Objektiv schattet also weniger ab, es dringt mehr Licht auf den Sensor durch. Und in der Tat wirken die Frontaufnahmen des P10 meist etwas heller und damit frischer als jene des P9, doch einen allzu großen Fortschritt hinsichtlich der Qualität macht das nicht aus.

Video

Bewegtbilder nimmt die Frontkamera nun in Full HD (1920 x 1080 Pixel) statt zuvor mit 1280 x 720 Pixel auf. Die Hauptkamera filmt beim P10 in Ultra HD oder auch 4K genannt, also mit 3840 x 2160 Bildpunkten. Doch zunächst sei die Qualität in Full HD zwischen P10 und P9 verglichen. Siehe dafür das folgende Video:

Aufnahmen in Ultra HD legen dann aber an Schärfe und Details enorm zu, erst auf großen 4K-Bildschirmen wie dem zum Sichttest verwendeten Panasonic mit 65 Zoll lässt sich an besonders kleinen Details ein minimales Flirren entdecken – doch das dürfte unter regulären Umständen niemandem auffallen. Top! Wer sich das einmal selbst ansehen möchte, findet hier einen unveränderten Clip in UHD:

Aufgrund der Schwächen in Full HD müssen zwar ein paar Punkte abgezogen werden, doch reicht es dem P10 trotzdem zu einem „Sehr gut“ in der Videowertung.

Audio

Wie immer kommt das Huawei ohne UKW-Radio und Stereo-Lautsprecher. Am Klinkenausgang für Kopfhörer und dem Referenz-Headset, den Ultimate Ears Reference Monitors, erzeugt der Kandidat einen kräftigen Klang. Allerdings fallen im Vergleich mit der Referenz, dem Samsung Galaxy Note 4, die nicht ganz so extrem spritzigen und räumlichen Höhen auf. Aber das ist wirklich nur ein haudünner Vorsprung des Samsung. Deutlicher ist da schon der Unterschied bei den Bässen, die beim Huawei eine ganze Ecke lauter und damit überrepräsentiert sind. Damit wirken sie auch eine Spur weniger präzise, sie dröhnend zu nennen, wäre aber auch klar übertrieben. Dennoch lassen die wuchtigen Bässe den Gesamtklang eine Spur dunkler erscheinen. Weshalb das P10 exakt wie sein Vorgänger auch schon lediglich ein „Gut“ ergattert. Es sei aber erklärt, dass die meisten Nutzer, die keinen Wert auf hundertprozentige Natürlichkeit des Klangs langen, den Sound von P9 und P10 wohl positiv aufnehmen dürften, zumal gerade günstige Kopfhörer in aller Regel schwach auf der Brust sind was Bässe betrifft. Wenn das Telefon da ein wenig nachhilft, kann das also nicht schaden.

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