Handhabung: Optimierte Details

Review of: Huawei P10
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 7. April 2017
Last modified:7. April 2017

Summary:

Das Huawei P10 ist mit 5,1-Zoll-Display so kompakt wie sein Vorgänger, erweist sich aber im Test als bärenstark. Alles, was man wissen muss, im Test …

Huawei P10

Foto: mobiwatch

Verarbeitung

Mächtig punkten kann das Huawei P10 mit seiner erstklassigen Verarbeitung: Auch wenn die abgerundeten Kanten sowie der flache Rücken des Aluminium-Unibodys stark an das iPhone erinnern, liegt der Kandidat damit doch sensationell wertig in der Hand – den kompakten Maßen von 70 x 145 x 7,2 Millimetern bei 146 Gramm sei Dank. Das Frontglas geht gefühlt nahtlos über in den Korpus, ebenso wie die Kunststoffeinleger für die Antennensignale. Und beim Verwindungstest gibt das P10 nicht das mindeste Knarzen von sich. Das folgende Hands-on-Video vergleicht den Kandidaten nicht nur mit dem Huawei P9, sondern zeigt auch das Design des P10 in zahlreichen Close-ups:

Interessenten sollten allerdings beachten, dass auf der Rückseite oben eine Lage Glas über der Dual-Kamera liegt, welche nahezu die gesamte Breite einnimmt. Positiv: Sofern das Telefon auf die Kanten fällt, sollte kein signifikanter Schaden entstehen. Doch wenn das P10 genau mit der Rückseite flach aufkommt, dürfte besagtes Glas wohl zu Bruch gehen, da keinerlei überstehender Rand ringsum oder um die Kameralinsen herum existiert.

Guter Grip

Die Rückseite bietet bereits in der Standardvariante aufgrund der matten Metalloberfläche einen guten Grip, der sich bei der blauen Version des P10 dank „Hyper Diamond Cut“ aber sogar noch steigert. Andererseits fühlt sich der Rücken dadurch aber auch ein wenig merkwürdig an, das könnte womöglich nicht jedermanns Geschmack entsprechen. Am besten wäre es daher, das Gerät einmal im Shop in die Hand zu nehmen ehe man eine Version mit diesem „Hyper Diamond Cut“ kauft. Mehr dazu im folgenden Video vom Mobile World Congress:

Durchgehendes Frontglas

Das Frontglas aus Gorilla-Glas 5 ist ab Werk mit einer Schutzfolie bedeckt, die jedoch nicht ewig hält. Diese musste zum Test ohnehin entfernt werden, um die Helligkeit des Panels verlustfrei zu ermitteln. Die fettabweisende Beschichtung des Glases wiederum hat Huawei im Vergleich zu anderen Smartphone-Modellen nach eigenem Bekunden reduziert, um die einwandfreie Bedienung des Fingerabdruck-Sensors unterhalb des Touchscreens zu gewährleisten. Denn beim Frontglas handelt es sich um eine durchgehende Schicht, der Scanner ist also kein separates Bauteil, sondern eine Vertiefung im Frontglas. Das ist im obigen Hands-on-Video ebenfalls gut zu sehen. Ebenso wie die Rückstände der Fingerabdrücke, die auf dem P10 mehr Schlieren ziehen als beim P9, was aber insgesamt keinen entscheidenden Unterschied macht, weil sich im Laufe des Tages ohnehin so viele Tapser festsetzen, dass Besitzer ums Putzen sowieso nicht umhinkommen.

Android 7 ab Werk

Als Betriebssystem wird Android 7.0 genutzt, über welches die Chinesen ihre Nutzeroberfläche Emotion UI 5.1 legen. Grundsätzliche Unterschiede zu Vorgängermodellen wie dem P9 lassen sich nicht ausmachen, doch einige Details wurden optimiert. So existiert nicht mehr die Unterteilung des Info-Centers in „Benachrichtigungen“ und „Verknüpfungen“, stattdessen gibt sich das P10 nun Android-konformer und zeigt zunächst die ersten fünf Schnellzugriffe. Bei der zweiten Abwärtsbewegung (oder wenn man sofort mit zwei Fingern vom oberen Bildrand wischt) kommen sämtliche Shortcuts ins Bild, die sich zudem editieren lassen. Und weil die Icons kleiner ausfallen, muss auch nicht mehr gescrollt werden. Auch das ist im obigen Hands-on-Video zu sehen.

Rückkehr des Menü-Buttons

Wie schon von jüngeren Huawei-Modellen her bekannt, lässt sich beim P10 auf Wunsch als „Startbildschirmstil“ die Einstellung „Drawer“ selektieren, die einen App-Launcher aktiviert. Das hatte ich bereits anhand des Huawei Mate 9 demonstriert:

Optimierte Kamera-App

Außerdem haben die Chinesen endlich die Kamera-App optimiert, welche die Einstellungen nun auch im Querformat anzeigt, dem für die Hauptkamera nativen Format. Kaum meckert man jahrelang, schon reagieren die Hersteller! Nicht verbessert hat Huawei leider die immer noch arg kleine Laufzeit-Anzeige bei der Videoaufnahme, die den einzigen Indikator darstellt, dass die Aufnahme läuft – von einem noch kleineren, winzigen roten, blinkenden Punkt einmal abgesehen. In hellen Umgebungen wie etwa im Freien lässt sich das nur extrem schwer erkennen: Suboptimal!

Navigationsleiste adé

Neben der für Mobiltelefone von Huawei üblichen Möglichkeit, die Belegung der On-Screen-Navigation anzupassen und die „Zurück“-Taste von links nach rechts zu verlegen, kann das P10 die komplette Navigationsleiste ausblenden. Dadurch gewinnt man immerhin 6 Prozent der Anzeigefläche, weil diese nun vollständig für den eigentlichen Inhalt zur Verfügung steht. Dann übernimmt der Fingerabdruck-Sensor sämtliche Funktionen: Ein kurzer Tipp bedeutet „Zurück“, ein langer Druck „Home“ und ein Wisch nach links öffnet die zuletzt genutzten Apps. Das erfordert anfangs zwar ein wenig Übung, fügt sich aber gut in die Nutzung der Sensorfläche als Scanner des Fingerabdrucks ein.

Nicht alles Gold

Ein paar Details laufen bei EMUI 5.1 aber immer noch nicht ganz rund. So sei der Huawei-Kalender exemplarisch genannt, der ab Werk den Google-Kalender ersetzt. Bei Terminen mit Standort zeigt die App zwar die Adresse an, diese kann jedoch nicht wie schon seit langem üblich angeklickt werden, damit etwa Maps den Standort eruiert. Ja, nicht einmal eine Markierung und dann „copy & paste“, um die Adresse manuell in Maps zu importieren ist möglich! Reichlich schwach für ein Flaggschiff in heutigen Zeiten! Doch das tut der Handhabungswertung nur minimalen Abbruch, da man selbstverständlich jede andere Kalender-App installieren kann. Aber wenn ein Hersteller sich schon die Mühe macht, den Standard-Kalender von Android zu ersetzen, dann bitte auch richtig.

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