Ausstattung: Akku mit extremer Kapazität

Review of: Lenovo P2
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 5. Februar 2017
Last modified:10. März 2017

Summary:

Das Lenovo P2 kommt mit riesigem 5.100-mAh-Akku, 5,5"-Display und 13-Megapixel-Kamera, bleib im Preis aber moderat. Test mit allen Fakten + Ergebnissen …

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

Display

Die Mattscheibe des Lenovo P2 misst 5,48 Zoll oder 139 Millimeter und weist eine Auflösung von 1080 x 1920 Bildpunkten auf. Die Schärfe beträgt damit 250 Pixel pro Quadratmillimeter respektive 402 ppi auf: 6 Prozent unter dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones. Dank Super-AMOLED mit Diamond-Matrix stimmt auch die Darstellungsqualität: Von einer solchen Blickwinkelstabilität und diesen Kontrasten können reguläre LCD-Panels nur träumen. Auch die Helligkeit kann sich sehen lassen: Die gemessenen 550 Candela pro Quadratmeter sind für OLED-Panels 37 Prozent heller als üblich und wären selbst für LCDs ein prima Wert. Allerdings erreicht das P2 dieses Resultat nur in hellen Umgebungen wie etwa bei Sonnenschein; ohne „Sun Boost“ dreht das Lenovo auf maximal 338 Candela auf, was aber beispielsweise in geschlossenen Räumen auch völlig ausreicht. Alles im grünen Bereich mithin.

Prozessor

Als Prozessor haben sich die Entwickler für den Snapdragon 625 entschieden, dessen 8 Kerne (Cortex A53) mit 2 Gigahertz getaktet sind. Unterstützt wird er vom Grafikmodul Adreno 506 sowie von properen 4 Gigabyte Arbeitsspeicher. Damit erzielt das P2 in der Gesamtwertung aus mehr als 50 Einzelwerten von 15 der bekanntesten Benchmarks ein Ergebnis, das 5 Prozent über dem aktuellen Schnitt liegt. Das dürfte genug Rechenkraft für die meisten sein. Oder anhand eines eher praktischen Anwendungsfalls ausgedrückt: Im grafisch aufwändigen Spiel „Dead Trigger 2“ schafft der Proband 55 von 60 möglichen Bildern pro Sekunde – das darf man durchaus als flüssige Darstellung bezeichnen. Und mithin ausreichend selbst für anspruchsvolle Gamer. Wie das Resultat aussieht, lässt sich im folgenden Hands-on-Video beobachten, das ab Minute 4:46 startet:

Wer die vollen 60 Bilder pro Sekunde will, muss entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Einige Probanden mit entsprechenden Ergebnissen sind samt Preis ebenfalls im obigen Video genannt.

Speicher

Das Gedächtnis des Lenovo P2 fasst 32 (netto: 21,8) Gigabyte: Angesichts eines Straßenpreises von derzeit 329 Euro sind das satte 32 Prozent mehr als man es für dieses Geld erwarten dürfte. Der Speicher kann mittels Micro-SD-Karten um offiziell bis zu 128 Gigabyte erweitert werden, doch funktionieren meist auch größere Chips. Außerdem beherrscht der Proband USB On-the-Go: Mit Hilfe eines optionalen Adapters lassen sich also etwa USB-Sticks anschließen. Alternativ zur Micro-SD-Karten kann auch eine zweite Nano-SIM für den Dual-SIM-Betrieb eingelegt werden.

Funk

In LTE-Netzen empfängt das Lenovo P2 Daten mit maximal 150 Megabit pro Sekunde nominal: Nicht das derzeit technische Bestmögliche, aber erstens bei diesem Preis verständlich und zweitens in der Praxis meist ohnehin nicht signifikant spürbar, weil die Netze ohnehin noch nicht flächendeckend bei 300 oder mehr Megabit angelangt sind. Von vielen Verträgen ganz zu schweigen. Mit WLAN ac wird der aktuelle Standard unterstützt, Bluetooth 4.1 hingt hingegen eine Version hinterher. Die Unterschiede zwischen 4.1 und 4.2 betreffen primär die höhere Datenübertragungsrate, einen geringeren Stromverbrauch sowie die erhöhte Sicherheit beim Pairing. NFC ist ebenfalls mit an Bord und nicht zuletzt sei der Schiebeschalter in der linken Flanke erwähnt, welcher den „Ultimativen Stromsparmodus“ aktiviert – ebenfalls im obigen Video demonstriert.

Ladezeiten

Lenovo liefert das P2 serienmäßig mit einem Netzteil aus, das 2 Ampere, bis zu 12 Volt und mithin stolze 24 Watt liefert. An diesem ist der zuvor vollständig entladene Akku nach 15 Minuten wieder bei strammen 27 Prozent angelangt, nach 30 Minuten sind es 54 Prozent und nach einer Stunde 85 Prozent. Für die volle Ladung benötigt der Kandidat 106 Minuten, was angesichts der Kapazität satte 106 Prozent über dem Durchschnitt liegt: Das P2 lädt also mehr als doppelt so schnell wie üblich! Wobei an dieser Stelle erneut auf das Risiko durch schnelles Laden verwiesen sei.

Akku

Hauptaugenmerk gilt beim Lenovo P2 aber natürlich dem Akku. Dessen Kapazität beträgt laut Hersteller 5.100 Milliamperestunden – Apps finden jedoch im System die Angabe 5.000 Milliamperestunden. Solche Differenzen können auftreten, wenn ein Hersteller etwa die maximale Kapazität kommuniziert, im System aber nur die typische oder gar minimale hinterlegt ist. Diskutieren muss man über diesen Wert ohnehin nicht, denn allein die Testergebnisse zählen. Und da schafft der Kandidat im Laufzeittest bei der Videowiedergabe mit auf 200 Candela gedimmtem Display im Flugmodus sensationelle 1.048 Minuten: Hammerharte 109 Prozent mehr als der Durchschnitt! Das P2 hält mithin mehr als doppelt so lange durch wie die durchschnittliche Konkurrenz. Damit ist das P2 die neue Nummer 1 der Akku-Charts! Der bisherige Spitzenreiter, das Moto Z Play, bringt es auf 819 Minuten und macht damit 22 Prozent früher schlapp: Das P2 geht mithin nicht nur knapp, sondern überlegen in Führung. Für alle Intensivnutzer, deren Smartphone gegen Nachmittag oder Abend den Geist aufgibt, stellt das Lenovo P2 mithin die perfekte Alternative dar. Lenovo ist sogar dermaßen überzeugt vom Durchhaltevermögen des P2 überzeugt, dass es sogar andere Geräte wie ein Power-Pack aufladen kann: ein entsprechender Adapter liegt ab Werk bei.

Wer zu diesen Resultaten den Vergleichswert seines jetzigen Smartphones wissen möchte, findet im Folgenden die Ergebnisse aller bisher nach diesem Verfahren getesteten Mobiltelefone. Anhand des Unterschiedes lässt sich dann für das individuelle Nutzerverhalten vorhersagen, wie viel besser oder schlechter der Proband in der Praxis sein wird. Nicht auf die Minute exakt, aber jeder Nutzer bekommt eine gute Vorstellung davon, was dies für ihn persönlich in der Praxis bedeutet:

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4 Antworten auf Test Lenovo P2: Akku-Monster für 330 Euro

  1. Frank M. sagt:

    Ja klar, gerne. Aber wir wissen ja beide, dass ein Softwareupdate vieles verändern kann. Die Hersteller können ja damit alles mögliche softwaremäßig verbessern, wenn sie sich Mühe geben. Einen mechanischen Stabilisator für die Kamera können sie logischerweise ja nicht per update nachliefern, aber z.B. die die ein oder anderen Einstellungen wie die Verschlusszeit der Kamera. Aber wem erzähl ich das 😉
    Ich bleib am „Ball“ und auf Deiner Seite (inklusive moviwatch.de) !
    Viele Grüße: Frank M

    • Lutz Herkner sagt:

      Das stimmt zwar, aber ich dachte auch eher so an die allgemeine Nutzung, UI usw. – da merkt ja ja manchmal erst noch Wochen, dass es da unter gewissen Umständen zu Problemen kommen kann oder ein Workflow nicht so optimal ist wie ursprünglich gedacht. Sowas in der Art …

  2. Frank M. sagt:

    Hallo Lutz, vielen Dank für den ausführlichen Testbericht! Ich habe mir das P2 inzwischen gekauft und bin begeistert von der Akkuleistung 🙂 Daher nutze ich es nun auch (nicht nur) als mobilen hotspot für z.B. mein Android Tablet. Aber auch der Sound des Lautsprechers und aus dem Kopfhörerausgang finde ich ebenfalls prima, so wie du das auch angemerkt hast. Schade finde ich: den hybrid slot für sim und micro sd, keinen usb type c und einen stabi für die Kamera. Aber das ist halt dem Preis geschuldet. Ich kann Dir mit deinem Testergebnis (soweit ich das vermag) nur zustimmen. Bitte weiter so. Eine der interessantesten Seiten für mich im Internet!
    Viele Grüße: Frank M

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