Multimedia: Im Rahmen der Erwartungen

Review of: Lenovo P2
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 5. Februar 2017
Last modified:10. März 2017

Summary:

Das Lenovo P2 kommt mit riesigem 5.100-mAh-Akku, 5,5"-Display und 13-Megapixel-Kamera, bleib im Preis aber moderat. Test mit allen Fakten + Ergebnissen …

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

Foto

Die Frontkamera schießt Fotos mit maximal 5 Megapixel, die Hauptlinse auf der Rückseite mit knapp 13 Megapixel. Darunter sitzt eine zweifarbige Doppel-LED, die stolze 74 Lux produziert und damit den Nahbereich recht gut ausleuchtet. Ungewöhnlich der Panoramamodus, weil allein im Hochformat nutzbar – die Resultate weisen 11,4 Megapixel auf. Also folge dessen muss (oder kann) man sehr weit schwenken, geschätzt vielleicht rund 300 Grad. Praktischer ist da schon der künstliche Horizont, der sich in den etwas unübersichtlichen Einstellungen hinter dem Punkt „Dreiaxiale Nivellierung“ verbirgt und dabei hilft, das Telefon in drei Achsen gerade auszurichten.

Unter der im Deutschen völlig misslungenen Bezeichnung „Vorteile“ finden sich diverse manuelle Einstellungen, und unter dem Eintrag „Künstlerisches HDR“ finden sich gleich vier verschiedene HDR-Modi (Klassisch, Automobil, Stillleben, Stadt). Als für den Alltag ideal dürfte in den meisten der Modus „Smart“ sein, der automatisch das (angeblich) optimale Programm wählt und dabei wenn erforderlich auch HDR einsetzt: also eine HDR-Automatik innerhalb des „Smart“-Modus, wenngleich nicht so bezeichnet. In diesem Modus entstanden auch die Fotos für diesen Test.

Bildqualität

Bei Tageslicht fertigt das Lenovo P2 sehr ansehnliche Fotos an: scharf, detailreich, mit schönen Kontrasten und weitgehend natürlichen Farben. Sie dazu die folgenden beiden Testaufnahmen, jeweils in Originalgröße (zum Vergrößern anklicken):

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

Erfreulich zudem, dass selbst bei nebeligen Motiven im Gegenlicht keinerlei Komprimierungsartefakte erkennbar sind – es fehlen Details und man erkennt ein kräftiges Bildrauschen, aber eben keine Klötzchen:

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

Allerdings nimmt die Qualität proportional zum Licht ab, und weil ein optischer Stabilisator fehlt, verwackeln die Aufnahmen dann auch früher oder später. Das folgende Foto wurde bei mageren 100 Lux und unter Zuhilfenahme eines Stativs angefertigt – und ist dennoch völlig unscharf, verrauscht und weist nur noch rudimentäre Details auf:

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

Deshalb reicht es am Ende lediglich zu einem „Befriedigend“ in der Fotowertung.

Video

Bewegtbilder nimmt das Lenovo P2 auf der Front in Full HD (1920 x 1080 Pixel) und mit der Hauptkamera in Ultra HD (“4K”, 3840 x 2160 Pixel) auf. Schon in Full HD weisen die Aufnahmen der rückwärtigen Optik eine erfreulich hohe Schärfe und Detailtreue auf, die in UHD natürlich noch einmal tüchtig zulegen. Auch Belichtung, Kontraste, Dynamik und Farben stimmen. Allerdings ist wie schon bei den Fotos ein Bildrauschen erkennbar, wenngleich in aller Regel weniger stark. Erst bei kniffligen Situationen nehmen die Unregelmäßigkeiten überhand, wie im folgenden Screenshot in Originalgröße mittig im oberen Drittel zu sehen:

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

In UHD reicht die Datenrate von maximal 42 Megabit pro Sekunde nicht immer aus: Große Flächen weisen in Schwenks teilweise Komprimierungsartefakte auf. Wie im folgenden Beispiel an der nassen Straße gut zu erkennen:

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

Mit all dem kann man sich aber arrangieren, zumal ja der Preis des P2 vergleichsweise moderat bleibt. Das ständige Pumpen des Autofokus hingegen stört wirklich und ist auch schwer zu übersehen. Selbst bei langsamen Schwenks, guten Lichtverhältnissen und unter Verwendung eines Stativs schafft es der Proband nicht, den Fokus stabil zu halten, wie der folgende, unbearbeitete Clip beweist, der in Full HD aufgenommen wurde und zugleich die ansonsten gute Schärfe und Detailtreue schon bei 1080p zeigt:

Deshalb wird die Videonote auf ein hauchdünnes “Ausreichend” abgewertet.

Audio

Das P2 kommt mit einem UKW-Radio, ein Kopfhörer liegt jedoch nicht bei. Außerdem handelt es sich nicht um Stereo-Lautsprecher in der Unterkante, obwohl die Bohrungen zu beiden Seiten der USB-Buchse einen anderen Eindruck vermitteln. Der Hörtest wird mit den Ultimate Ears Reference Monitors als Referenz-Kopfhörer durchgeführt. An diesen erzeugt das P2 einen erfreulich kräftigen, ausgewogenen Klang mit klaren, spritzigen Höhen und kräftigen, präzisen Bässen. Da lässt sich kaum mehr ein Unterschied zur Referenz feststellen, dem Samsung Galaxy Note 4; lediglich die Höhen scheinen auf dem Samsung noch einen Hauch präsenter zu sein, aber das ist wirklich nur ein hauchdünner Vorsprung. Weshalb das P2 auch ein glattes „Sehr gut“ in der Audiowertung abräumt.

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5 Antworten auf Test Lenovo P2: Akku-Monster für 330 Euro

  1. Frank M. sagt:

    Du schriebst im Testbericht: „Ausgeliefert wird das P2 mit Android 6.0.1, ein Update auf Android 7 scheint nach aktuellem Stand recht unwahrscheinlich.“
    Am 28.03.2017 ist mein P2 auf Android 7.0 Nougat upgedatet worden (OTA). Das ist doch mal sehr erfreulich ????
    Viele Grüße: Frank M.

  2. Frank M. sagt:

    Ja klar, gerne. Aber wir wissen ja beide, dass ein Softwareupdate vieles verändern kann. Die Hersteller können ja damit alles mögliche softwaremäßig verbessern, wenn sie sich Mühe geben. Einen mechanischen Stabilisator für die Kamera können sie logischerweise ja nicht per update nachliefern, aber z.B. die die ein oder anderen Einstellungen wie die Verschlusszeit der Kamera. Aber wem erzähl ich das 😉
    Ich bleib am „Ball“ und auf Deiner Seite (inklusive moviwatch.de) !
    Viele Grüße: Frank M

    • Lutz Herkner sagt:

      Das stimmt zwar, aber ich dachte auch eher so an die allgemeine Nutzung, UI usw. – da merkt ja ja manchmal erst noch Wochen, dass es da unter gewissen Umständen zu Problemen kommen kann oder ein Workflow nicht so optimal ist wie ursprünglich gedacht. Sowas in der Art …

  3. Frank M. sagt:

    Hallo Lutz, vielen Dank für den ausführlichen Testbericht! Ich habe mir das P2 inzwischen gekauft und bin begeistert von der Akkuleistung 🙂 Daher nutze ich es nun auch (nicht nur) als mobilen hotspot für z.B. mein Android Tablet. Aber auch der Sound des Lautsprechers und aus dem Kopfhörerausgang finde ich ebenfalls prima, so wie du das auch angemerkt hast. Schade finde ich: den hybrid slot für sim und micro sd, keinen usb type c und einen stabi für die Kamera. Aber das ist halt dem Preis geschuldet. Ich kann Dir mit deinem Testergebnis (soweit ich das vermag) nur zustimmen. Bitte weiter so. Eine der interessantesten Seiten für mich im Internet!
    Viele Grüße: Frank M

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