Handhabung: Natives Android mit Schuss

Review of: Lenovo P2
Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 5. Februar 2017
Last modified:10. März 2017

Summary:

Das Lenovo P2 kommt mit riesigem 5.100-mAh-Akku, 5,5"-Display und 13-Megapixel-Kamera, bleib im Preis aber moderat. Test mit allen Fakten + Ergebnissen …

Lenovo P2

Foto: mobiwatch

Maße

Bei einem Riesen-Akku drängt sich unweigerlich der Verdacht auf, ein solches Smartphone müsse unhandlich und schwer sein. Doch beweist das Lenovo P2 das Gegenteil: Mit 76 x 153 x 8,4 Millimetern liegt es gerade mal 2 Prozent über dem Durchschnitt dessen, was für einen 5,5-Zöller üblich ist. Bei, es sei noch einmal wiederholt, mehr als doppelt so langer Laufzeit – das kann sich also wahrlich sehen lassen! Gleiches gilt für das Gewicht von 180 Gramm: Für ein solch großes Smartphone mit Metallmantel ebenfalls völlig normal. Trotz der XXXL-Batterie bleibt das P2 also in jeder Hinsicht im Rahmen und fällt kein bisschen größer oder schwerer aus als entsprechende Artgenossen. Reife Leistung der Ingenieure!

Verarbeitung

Noch ein Wort zum Aluminium-Unibody: Dieser nimmt Rückseite und Rahmen ringsum vollständig ein – mit Ausnahme eines Kunststoff-Einlegers oben und unten für die Antennensignale, der jedoch nicht den äußeren Rahmen einbezieht. Im Hands-on-Video samt etlicher Nahaufnahmen ist gut zu erkennen, wie das Resultat aussieht:

Das macht das P2 erheblich stabiler als beispielsweise das Honor 6X, welches auf den ersten Blick ziemlich ähnlich wirken mag, sich im Test aber als weit weniger robust erweist. Denn das Lenovo bewegt sich im Verwindungstest gefühlt nicht einmal um Haaresbreite: ein echter Backstein. Damit dürfte das Lenovo im Falle eines Falles bessere Überlebenschancen haben als etwa besagtes Honor.

Navigation

Die Navigation ist Bestandteil des Touchscreens, wobei die Position der „Zurück“-Funktion auf Wunsch von links nach rechts verlegt werden kann. Darüber hinaus lässt sich bei Bedarf ganz links auf der Navigationsleiste ein kleiner Pfeil einfügen, über welchen sich die komplette Navigation ausgeblendet werden kann: Wichtig beispielsweise bei Games, wenn diese die Systemschaltflächen nicht selbständig entfernt. Unterhalb des Touchscreens findet sich zudem eine mechanische Taste wie bei Samsung, die ab Werk als Fingerabdruck-Sensor und zusätzlicher Home-Button dient. Wer mag, kann zudem eine Option aktivieren, sodass ein Tipp auf den Scanner ebenfalls als „Zurück“ erkannt wird.

Nutzungskonzept

Ausgeliefert wird das P2 mit Android 6.0.1, ein Update auf Android 7 scheint nach aktuellem Stand recht unwahrscheinlich. Damit würde Besitzern auch die Kompatibilität zu Daydream, Googles VR-Plattform, dauerhaft verwehrt bleiben. Google Cardboard wird aber unterstützt. Lenovo verzichtet, wie ja auch bei den Mobiltelefonen unter der Marke „Moto“ auf eine eigene Nutzeroberfläche, ergänzt Android aber um einige Funktionen. Darunter zum Beispiel das „Theme Center“ mit kompletten Design-Paketen, der Diagnose- und Support-App „Lenovo Companion“, zwei voneinander getrennten Systemen („Sicheres Zonenmanagement“) wie etwa „Arbeit“ und „Privat“, editierbaren Schnellzugriffen hinter dem Benachrichtigungs-Center oder die Personalisierung der Benachrichtigungszentrale.

Komfortfunktionen

Darüber hinaus lassen sich unter „Funktionen – Wide Touch“ eine am linken oder rechten Bildrand frei positionierbare, semitransparente Schaltfläche aktivieren, über die dann diverse wichtige Funktionen wie Einstellungen, Kamera oder Browser gestartet werden können: ideal bei der Bedienung mit einer Hand. Ferner können unter „Funktionen – Zwei Apps“ zwei Instanzen einer App ermöglicht werden: Interessant beispielsweise für WhatsApp wenn man das P2 im Dual-SIM-Betrieb nutzt, sodass jede der beiden Mobilfunkkarten eine eigene Instanz des Messangers mit der jeweiligen Mobilnummer nutzen kann. Nicht zuletzt unterstützt der Kandidat „Tap 2 Wake“, lässt sich also per Doppeltipp auf den Touchscreen aus dem Standby-Modus wecken. Bei einem Telefon mit Hardware-Taste auf der Front nicht unbedingt erforderlich, aber wer sich auf seinem derzeitigen Smartphone daran gewöhnt hat, wird sich gewiss darüber freuen, dies auf dem P2 weiterhin so handhaben zu können.

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5 Antworten auf Test Lenovo P2: Akku-Monster für 330 Euro

  1. Frank M. sagt:

    Du schriebst im Testbericht: „Ausgeliefert wird das P2 mit Android 6.0.1, ein Update auf Android 7 scheint nach aktuellem Stand recht unwahrscheinlich.“
    Am 28.03.2017 ist mein P2 auf Android 7.0 Nougat upgedatet worden (OTA). Das ist doch mal sehr erfreulich 😁
    Viele Grüße: Frank M.

  2. Frank M. sagt:

    Ja klar, gerne. Aber wir wissen ja beide, dass ein Softwareupdate vieles verändern kann. Die Hersteller können ja damit alles mögliche softwaremäßig verbessern, wenn sie sich Mühe geben. Einen mechanischen Stabilisator für die Kamera können sie logischerweise ja nicht per update nachliefern, aber z.B. die die ein oder anderen Einstellungen wie die Verschlusszeit der Kamera. Aber wem erzähl ich das 😉
    Ich bleib am „Ball“ und auf Deiner Seite (inklusive moviwatch.de) !
    Viele Grüße: Frank M

    • Lutz Herkner sagt:

      Das stimmt zwar, aber ich dachte auch eher so an die allgemeine Nutzung, UI usw. – da merkt ja ja manchmal erst noch Wochen, dass es da unter gewissen Umständen zu Problemen kommen kann oder ein Workflow nicht so optimal ist wie ursprünglich gedacht. Sowas in der Art …

  3. Frank M. sagt:

    Hallo Lutz, vielen Dank für den ausführlichen Testbericht! Ich habe mir das P2 inzwischen gekauft und bin begeistert von der Akkuleistung 🙂 Daher nutze ich es nun auch (nicht nur) als mobilen hotspot für z.B. mein Android Tablet. Aber auch der Sound des Lautsprechers und aus dem Kopfhörerausgang finde ich ebenfalls prima, so wie du das auch angemerkt hast. Schade finde ich: den hybrid slot für sim und micro sd, keinen usb type c und einen stabi für die Kamera. Aber das ist halt dem Preis geschuldet. Ich kann Dir mit deinem Testergebnis (soweit ich das vermag) nur zustimmen. Bitte weiter so. Eine der interessantesten Seiten für mich im Internet!
    Viele Grüße: Frank M

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