Ausstattung: Ganz schön knauserig

Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
4
On 25. Februar 2017
Last modified:10. März 2017

Summary:

Das Samsung Galaxy A3 (2017) wartet mit neuem Prozessor, WLAN ac, optimierter Frontkamera, dickerem Akku und IP 68 auf. Alle Fakten und Resultate im Test ...

Samsung Galaxy A3 (2017)

Foto: mobiwatch

Display

Der Bildschirm des Samsung Galaxy A3 (2017) hat sich im Vergleich zum Vorgänger, dem Galaxy A3 (2016), schon mal nicht geändert: Sowohl die Größe von 4,7 Zoll oder 120 Millimeter als auch die Auflösung von 720 x 1280 Bildpunkten blieb exakt gleich. Und mithin auch die Schärfe von 149 Pixel pro Quadratmillimeter respektive 310 ppi. Auch das neue A3 bekleckert sich also wahrlich nicht mit Ruhm in puncto Pixeldichte: Dieses Ergebnis liegt 49 Prozent unter dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones. Wer eine knackige Darstellung wünscht, ist hier also falsch. Und das bei einem stolzen Preis von jetzt zum Start 329 Euro ohne Vertrag! Deshalb liegt das Preis-Leistungs-Verhältnis in Bezug auf die Display-Schärfe 43 Prozent unter dem Durchschnitt. Kunden bekommen bei den meisten Konkurrenten also weit mehr Schärfe für ihr Geld. Was natürlich mitnichten bedeutet, dass man die Mattscheibe des Galaxy A3 (2017) nicht oder nur mit Mühe lesen könnte! Im folgenden Hands-on-Video könnt ihr selbst sehen, dass sich beispielsweise die App-Titel auf den Homescreens dennoch prima erkennen lassen:

Und auch sonst ist die Qualität dank Super-AMOLED gut: Blickwinkelstabilität und Kontrast übertreffen reguläre LCDs locker. Und die Helligkeit von gemessenen 618 Candela pro Quadratmeter ist ganz hervorragend: Selbst für LCDs wäre das super, für OLEDs ist das satte 42 Prozent heller als üblich. Von der für diesen Preis zu geringen Auflösung abgesehen, gibt es also nichts zu meckern.

Prozessor

Als Rechenchip haben sich die Entwickler für den Exynos 7870 entschieden, dessen 8 Kerne allesamt mit 1,6 Gigahertz getaktet sind. Unterstützung findet er im Grafikmodul Mali T830 MP1 sowie von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Damit erzielt der Kandidat in der Gesamtwertung aus mehr als 50 erfassten Einzelwerten aus 15 Benchmarks ein Ergebnis, das 19 Prozent unter dem Durchschnitt rangiert. Auch das ist recht schwach für diesen Preis. Für Otto Normalnutzer reicht die Leistung dennoch völlig aus, nur wer mächtige Apps zu nutzen gedenkt, wird mehr benötigen oder ein Auge zudrücken müssen. So wie beispielsweise bei grafisch aufwändigen Spielen wie „Dead Trigger 2“: Hier erzielt das Galaxy A3 (2017) 50 von 60 möglichen Bildern pro Sekunde. Das kann man durchaus noch als flüssige Darstellung bezeichnen, aber gelegentlich hakt es halt ein wenig. In jedem Fall aber eine Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger, der mit seinem Exynos 7578, 4 Kernen und 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher aktuell 38 Prozent unter dem Mittel schippert.

Akku

Der fest verbaute Akku fasst 2.350 Milliamperestunden und hielt im Laufzeittest bei der Videowiedergabe mit auf 200 Candela gedimmtem Display im Flugmodus 686 Minuten lang durch, womit das neue A3 sportliche 35 Prozent über dem Schnitt liegt. Damit dürften sogar die meisten Intensivnutzer über den Tag kommen, Normalnutzer mindestens über zwei. Auch das stellt eine signifikante Verbesserung dar im Vergleich zum Vorjahresmodell, welches mit seinem 608 Minuten aktuell 20 Prozent über dem Schnitt rangiert.

Wer zu diesen Resultaten den Vergleichswert seines jetzigen Smartphones wissen möchte, findet im Folgenden die Ergebnisse aller bisher nach diesem Verfahren getesteten Mobiltelefone. Anhand des Unterschiedes lässt sich dann für das individuelle Nutzerverhalten vorhersagen, wie viel besser oder schlechter der Proband in der Praxis sein wird. Nicht auf die Minute exakt, aber jeder Nutzer bekommt eine gute Vorstellung davon, was dies für ihn persönlich in der Praxis bedeutet:

Ladezeiten

Samsung liefert das 2017-er-Modell mit einem Netzteil aus, das 1,55 Ampere und 7,75 Watt erzielt – etwas mager wie heutige Verhältnisse. Dennoch lädt der Proband daran recht zügig: Der zuvor vollständig entladene Stromspeicher weist nach 15 Minuten einen Stand von 18 Prozent auf, nach 30 Minuten sind es 35 Prozent und nach einer Stunde 69 Prozent. Für die volle Ladung braucht das Samsung 118 Minuten. Allerdings sind 2.350 Milliamperestunden auch nicht allzu viel, weshalb die Ladezeiten stets in Relation zur Kapazität betrachtet werden müssen. Und da bleibt der Kandidat 14 Prozent hinter dem derzeitigen Schnitt zurück. Das geht noch, entspricht aber nicht dem Niveau, das Topmodelle nicht zuletzt auch von Samsung heutzutage erzielen. Andererseits schadet schnelles Laden dem Akku: Der Stromspeicher wird dadurch fünfmal schneller abgenutzt als ohnehin üblich. Details dazu finden sich hier.

Speicher

Der interne Speicher fasst weiterhin 16 (netto: 7,5) Gigabyte – und das überrascht. Denn beim großen Bruder, dem Galaxy A5 (2017), haben die Koreaner das Gedächtnis auf 32 Gigabyte verdoppelt – bei ebenfalls gleichbleibender Preisempfehlung. Und auch hier muss erneut konstatiert werden, dass dies zu wenig ist angesichts von 329 Euro, satte 57 Prozent zu wenig um genau zu sein. Da war Samsung deutlich zu knickerig! Auch was den internen Speicher betrifft, so bekommen Kunden beim neuen A3 mithin weit weniger als inzwischen üblich. Aber natürlich kann auch die Ablage des A3 mittels Micro-SD-Karten erweitert werden, offiziell um bis zu 256 Gigabyte. Auch lassen sich die meisten Apps bei Bedarf auslagern – aber eben nicht alle. Systemnahe oder zeitkritische Anwendungen etwa müssen meist im internen Speicher verbleiben, und jeder Entwickler kann entscheiden, seine App für das Verschieben zu sperren.

Sonstiges

LTE beherrscht das A3 wie sein großer Bruder nun mit nominal 300 Megabit pro Sekunde, der Vorgänger ist lediglich halb so schnell. Neu hinzugekommen sind zudem WLAN n im 5-Gigahertz-Band sowie WLAN ac. Auch Bluetooth ist jetzt mit 4.2 statt 4.1 auf dem aktuellen Stand. Für viele vermutlich wichtigstes Kriterium ist jedoch der Schutz vor Staub und Wasser nach IP 68. Der Fingerabdruck-Sensor ist ja bereits beim Vorgänger mit an Bord.

Die Highlights des MWC 2017 in Videos: Die besten Smartphones und Gadgets
Mobile World Congress 2017: Sonntag geht's los!
Tagged with →  

Schreibe einen Kommentar