Multimedia: Kein optischer Stabilisator mehr

Test:
Lutz Herkner

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4
On 18. Februar 2017
Last modified:10. März 2017

Summary:

Samsung hat dem Galaxy A5 einmal mehr Update verpasst: Die dritte Generation ist nun staub- und wasserdicht nach IP 68. Der Test mit allen Ergebnissen …

Samsung Galaxy A5 (2017)

Foto: mobiwatch

Foto

Die Hauptkamera des A5 legte von 13 auf 16 Megapixel zu, den lichtstarken Blendenwert von f 1,9 hat Samsung beibehalten. Die weiße LED auf der Rückseite liefert erneut ordentliche 61 Lux und leuchten damit den Nahbereich brauchbar, aber nicht bestmöglich aus. An der Kamera-App hat sich im Vergleich zum Galaxy A5 (2016) nichts Wesentliches verändert, außer dass man nun durch einen Wisch nach links nicht mehr in die geschossenen Fotos Aufnahmen gelangt, sondern in die Effekte. Einen „Pro“-Modus mit manuellen Einstellungen gab es ja auch schon beim Vorjahresmodell. So wie auch der Kontrastoptimierer HDR, der auch im 2017-er-Modell leider keinen Automatik-Modus aufweist, sich also auf Wunsch nicht selbständig zuschaltet falls erforderlich.

Bildqualität

Der Sprung von 13 auf 16 Megapixel macht sich in der Praxis meist nicht bemerkbar, wie der folgende Vergleich in Originalgröße zeigt (anklicken zum Vergrößern):

Galaxy A5 (2017) Vergleich

Foto: mobiwatch

Bei zweifacher Vergrößerung bleiben zwar beim A5 (2017) links ein paar Details mehr erhalten als beim Vorgänger rechts, doch wirklich wesentlich ist dieser Vorsprung nicht:

Galaxy A5 (2017) Vergleich

Foto: mobiwatch

Außerdem tendiert das neue A5 zu wärmeren Rottönen, während das A5 (2016) rechts eine geringere Sättigung aufweist, wie der nächste Vergleich demonstriert:

Galaxy A5 (2017) Vergleich

Foto: mobiwatch

Bei mageren Lichtverhältnissen wie im folgenden Fall bei 100 Lux, was in etwa einer Flurbeleuchtung entspricht, liegen beide Modelle nahezu gleichauf, doch sind einige Details rechts beim A5 (2016) schärfer – man achte beispielsweise auf das Blattwerk am rechten Rand:

Galaxy A5 (2017) Vergleich

Foto: mobiwatch

Allerdings entstand die obige Aufnahme mit Hilfe eines Stativs. Nutzt man die freie Hand, macht sich der optische Bildstabilisator („OIS“) beim Vorjahresmodell sichtlich mehr bemerkbar, der beim neuen A5 (2017) leider fehlt. Das macht das Bild des 2016-er-Modells schärfer, wenngleich das Bildrauschen hier höher ausfällt:

Galaxy A5 (2017) Vergleich

Foto: mobiwatch

Ein Geben und Nehmen mithin, wobei die gewonnene Schärfe bei guten Lichtverhältnissen den Qualitätsverlust bei mittleren und schlechten Bedingungen nicht aufwiegen kann. Weshalb das Galaxy A5 (2017) am Ende sogar schlechter abschneidet als sein Vorgänger. Samsung hätte eben den optischen Stabilisator nicht einsparen sollen – zumal der Preis des A5 einen solchen mehr als rechtfertigt! Anstelle des „Gut“ wie beim Vorgänger steht beim Galaxy A5 (2017) daher lediglich ein „Befriedigend“.

Frontkamera

Das A5 (2017) schießt Selfies mit 16 Megapixel: Eine extreme Steigerung im Vergleich zum A5 (2016), bei dem sich Anwender noch mit 5 Megapixel bescheiden müssen. Allerdings werden die Aufnahmen dadurch nicht besser, denn wie bei den allermeisten Smartphones üblich, fehlt auf der Front ein Autofokus, es handelt sich um einen so genannten „festen Fokus“. Was normalerweise auch völlig ausreicht, denn Selfies werden nun mal mit einer festgelegten Entfernung geschossen, nämlich auf Armeslänge. Ein Autofokus ist daher auf der Front gar nicht erforderlich, ganz im Gegenteil: Das Scharfstellen kostet Zeit und kann schiefgehen. Gegen einen festen Fokus vorne ist mithin absolut nichts einzuwenden – wenn er denn vorschriftsmäßig funktioniert. Und genau das ist beim Galaxy A5 (2017) nicht der Fall: Denn auf Armeslänge werden Selfies unscharf! Erst wenn das Telefon näherkommt, geschätzt vielleicht 15 bis 20 Zentimeter, werden die Selfies scharf. Dann allerdings auch gleich so extrem, dass jeder mit weniger als ausgezeichneter Haut die Fotos wohl eher nicht teilen möchte. Außerdem nimmt der Kopf auf diese kurze Distanz nahezu das gesamte Motiv ein, was meist nicht gewünscht sein dürfte, weil Freunde oder Umgebung mit ins Bild sollen. Nicht zuletzt entspricht das weitwinklig aufgenommene Abbild eines nahen, formatfüllenden Schädels nicht unbedingt dem allgemeinen ästhetischen Empfinden, sondern erinnert eher ans Spiegelkabinett. Es wäre daher erheblich sinnvoller gewesen, dem A5 auf der Front einen Sensor mit 8 Megapixel plus optischen Stabilisator vorn und hinten zu spendieren; die 16 Megapixel auf der Vorderseite sind reines Marketing. Samsung hat allerdings das Glück, dass die Qualität der Selfies derzeit noch nicht in die Foto-Wertung einfließt.

Video

Bewegtbilder zeichnet das A5 (2017) in FullHD auf, also mit 1920 x 1080 Pixel – sowohl vorne als auch hinten. Keine Veränderung mithin zum Vorgänger. Das schließt auch die lichtstarken Objektive mit f 1,9 ein. Allerdings macht sich auch hier das Fehlen des OIS bemerkbar: Die Aufnahmen des A5 (2016) gelingen durch die Bank weg ruhiger. Das lässt sich gut an folgendem Clip aus freier Hand beobachten:

Dennoch kann man mit der Qualität des Novizen grundsätzlich leben, denn Schärfe und Dynamik sind gut, die Farben tendieren jedoch wie bei den Fotos zu mehr Sättigung. Darüber hinaus führt das neue A5 bei komplexen Lichtverhältnissen wie etwa Gegenlichtaufnahmen meist zu besseren Resultaten, wie der nächste Screenshot eines Videos in Originalgröße zeigt:

Galaxy A5 (2017) Vergleich

Foto: mobiwatch

Auch bei der Beurteilung der Videoqualität heben sich also die Fort- und Rückschritte in etwa auf. Ausschlaggebend ist daher primär der Autofokus, der beim A5 (2017) deutlich unruhiger arbeitet als beim Vorjahresmodell, das seinerseits aber auch weit entfernt ist vom Optimum. Das macht sich selbst bei langsamen Schwenks auf einem Stativ bemerkbar, wie der letzte Vergleich beweist:

Wobei das obige Beispiel die maximale Ausprägung des Problems demonstriert, bei ruhigeren Motiven oder rein horizontalen Schwenks pumpt der Autofokus nicht so stark und häufig. Dennoch führt ein solches Verhalten natürlich zu einer Abwertung der Videonote, weshalb das Galaxy A5 (2017) schlechter abschneidet als sein Vorgänger: Anstelle eines „Befriedigend“ steht diesmal nur ein „Mangelhaft“ unter dem Strich.

Audio

Das Galaxy A5 (2017) verfügt über ein UKW-Radio und wird mit einem Stereo-Headset ausgeliefert, Stereo-Lautsprecher fehlen indes. Zum Hörtest werden als Referenz die Ultimate Ears Reference Monitors verwendet und sämtliche Equalizer deaktiviert. Dann erzeugt der Proband einen kräftigen, recht ausgewogenen Sound. Allerdings fällt im direkten Vergleich mit der Referenz, dem Samsung Galaxy Note 4, ein leichter Unterschied auf: Die Höhen tönen nicht ganz so spritzig, die Bässe sind hingegen überrepräsentiert, was zusammen zu einem etwas schwammigeren, dumpferen Klang führt. Außerdem wirkt die Räumlichkeit auf dem A5 ein wenig geringer als auf dem Note 4. Genau dasselbe Phänomen also wie bereits beim Vorgänger, weshalb das 2017-er-Modell punktgleich mit einem glatten „Gut“ aus dem Hörtest hervorgeht.

Allerdings sei noch angemerkt, dass auch das A5 wie bei Oberklasse-Smartphones von Samsung üblich eine Menge Audio-Push-ups auf Lager hat. Neben einem Upscaler auch „Adapt Sound“, eine Art Hörtest, der den Sound in Abhängigkeit von Kopfhörer und individuellem Hörvermögen anpasst. Mit Hilfe dieses Tools dürfte am Ende so gut wie jeder einen Klang erzielen, mit dem er zufrieden ist. Das bedeutet zwar eine Abweichung vom möglichst natürlichen Klang, wie ihn audiophile Zeitgenossen schätzen, führt aber zu einem gefühlt wuchtigeren, breiteren Sound, der dabei dennoch nicht signifikant verfälscht wird. Schöne Sache!

Samsung hat darüber hinaus den Lautsprecher von der Unterkante in die rechte Flanke oben verlegt. Ob sich dadurch auch dessen Klang verändert hat, klärt der folgende Sound-Check, der sowohl A5 (2017) und A5 (2016) als auch A3 (2017) und A3 (2016) miteinander vergleicht. Das Video startet als „Blind Audition“, um potenzielle Vorurteile zu vermeiden und Zuschauern die Chance zu geben, mitzuraten, welches Smartphone sich hinter welchem Buchstaben verbirgt:

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