Ausstattung: Klein aber fein

Test:
Lutz Herkner

Reviewed by:
Rating:
3
On 13. November 2016
Last modified:10. März 2017

Summary:

Das Sony Xperia X Compact bietet die 23-Megapixel-Kamera des Flaggschiffs Xperia XZ. Zumindest auf dem Papier, denn im Test schwächelte der Knirps ...

Sony Xperia X Compact

Foto: mobiwatch

Display

Der Touchscreen des Sony Xperia X Compact misst 4,55 Zoll oder umgerechnet knapp 116 Millimeter. Ein erheblicher Unterschied im Vergleich zu den 5,15 Zoll oder 131 Millimetern des Xperia XZ, das damit 28 Prozent größer ausfällt in der Fläche. Die Auflösung haben die Entwickler von 1080 x 1920 auf 720 x 1280 Pixel reduziert, womit das Compact auf eine Schärfe von 161 statt 284 Pixel pro Quadratmillimeter (323 statt 428 ppi) kommt: Das macht ein Minus von 43 Prozent. Das Compact ist ergo sichtbar weniger scharf als das Flaggschiff. Die Darstellungsqualität des Dual-Domain-IPS-Panels blieb indes ebenso gleich wie die Helligkeit von 538 Candela pro Quadratmeter.

Prozessor

Auch den Prozessor hat Sony ausgewechselt: Anstelle des Snapdragon 820 kommt im Compact der Snapdragon 650 zum Einsatz. Dessen 6 (statt 4) Kerne sind mit 1,8 und 1,4 Gigahertz getaktet, und auch das Grafikmodul Adreno 510 hat weniger PS unter der Haube als der Adreno 530. Der Arbeitsspeicher fällt mit 3 Gigabyte identisch aus. Damit erzielt der Proband in der Gesamtwertung aus mehr als 50 erfassten Einzelwerten von 15 der bekanntesten Benchmarks ein Ergebnis, das 23 Prozent über dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones liegt. Das Xperia XZ rangiert glatte 60 Prozent darüber. Das stellt einen signifikanten Unterschied dar, der je nach Anwendung auch in der Praxis zu spüren ist. Dennoch sollte man die Leistung des X Compact keinesfalls unterschätzen: In einem der grafisch aufwändigsten mobilen Spiele derzeit, „Dead Trigger 2“, kommt der Knirps nämlich ebenfalls auf die maximale Zahl von 60 Bildern pro Sekunde. Mehr können auch ambitionierte Gamer nicht erwarten. Und Normalnutzer werden ohnehin mit der Prozessorleistung zufrieden sein. Trotzdem markiert das X Compact einen Paradigmenwechsel bei Sony, da bisher stets der identische Prozessor wie im Flaggschiff verwendet wurde, der deshalb auch in derselben Liga wie das Flaggschiff spielte. Beim X Compact weichen die Japaner erstmals von diesem Konzept ab.

Akku

Möglicherweise ja aus guten Grund, etwa um Strom zu sparen und die Akkulaufzeit zu erhöhen? Im Compact steckt ein fest verbauter Lithium-Ionen-Speicher mit 2.700 statt 2.900 Milliamperestunden. In Relation zur Größe der Mattscheibe also deutlich mehr als beim Xperia XZ: 26 statt 6 Prozent über dem Mittel. Damit hält der Proband bei der Wiedergabe eines Videos mit auf 200 Candela gedimmtem Display im Flugmodus 448 Minuten lang durch: 39 Prozent weniger als üblich. Das ist enorm enttäuschend, denn die Vorgänger haben sich in dieser Disziplin allesamt weit besser geschlagen. So liegt das Z5 Compact heute noch exakt im Schnitt, das Z3 Compact gar 23 Prozent darüber! Bei 39 Prozent unterdurchschnittlicher Laufzeit müssen selbst Normalnutzer damit rechnen, tagsüber zwischentanken zu müssen. Das Xperia XZ schlägt sich mit 9 Prozent unter dem Mittel immerhin so gut, dass Anwender dem Abend erreichen, sofern sie es nicht allzu sehr übertreiben. Intensivnutzer reicht das aber definitiv nicht, weder beim Xperia XZ und erst recht nicht beim X Compact.

Ladezeiten

Beim Laden am serienmäßig beiliegenden Netzteil mit 1,5 Ampere lässt sich auch das Xperia X Compact Zeit: Der zuvor vollständig entladene Akku weist nach 15 Minuten einen Stand von 14 Prozent auf, nach 30 Minuten sind es 27 Prozent und nach einer Stunde 56 Prozent. Für die komplette Ladung werden 152 Minuten benötigt, das ist angesichts der Akkukapazität 22 Prozent langsamer als üblich. Beim Xperia XZ sind es 18 Prozent unter Durchschnitt. Allerdings hat das auch einen guten Grund: Schnelles Laden ruiniert den Akku nämlich fünfmal schneller als ohnehin, Details dazu siehe hier. Bezüglich der neuen Funktion „Batteriepflege“ sei auf den Test des Xperia XZ verwiesen.

Sonstiges

Der interne Speicher fasst 32 Gigabyte, von denen netto noch 19,2 Gigabyte zur Verfügung stehen. Er lässt sich per Micro-SD-Karte um offiziell bis zu 256 Gigabyte erweitern. Ganz wie beim Flaggschiff mithin. Das gilt auch für LTE mit nominal bis zu 450 Megabit pro Sekunde, WLAN ac, Bluetooth 4.2 und NFC. Auch die USB-Buchse Typ C sowie der Fingerabdruck-Sensor unter dem Ein-/Aus-/Standby-Button entsprechen der Ausstattung des großen Bruders. Der Schutz vor Staub und Wasser nach IP 65/68 ist beim Xperia X Compact jedoch nicht vorhanden.

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